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Bodenabfertigung an Flughäfen

Flughafen München will 180 Stellen streichen

18.02.2010 | Der Flughafen München will nach dem Verlust eines Kunden bei der Flugzeugabfertigung am Boden rund 180 Stellen in dem hochdefizitären Geschäftsbereich streichen. Wie die Flughafen München GmbH (FMG) am Donnerstag mitteilte, hat sich Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin gegen eine Verlängerung des im März auslaufenden Vertrages mit der FMG entschieden und will ihre Maschinen künftig von einem anderen Dienstleister betreuen lassen.

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Die Gewerkschaft Verdi sieht in der Ankündigung dagegen eine Drohkulisse des Flughafens und hält es nach Angaben eines Sprechers für unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft tatsächlich ein Stellenabbau in dem Bereich ansteht.

Nach Angaben des Flughafens gebe es mit dem Betriebsrat bereits seit längerem Gespräche über einen Sozialplan. Der Stellenabbau solle sozialverträglich gestaltet werden. Zugleich schloss die FMG einen weiteren Jobabbau in dem Bereich nicht aus. Insgesamt sind dort nach FMG-Angaben rund 1800 Menschen beschäftigt.

Grund für die Entscheidung der Fluggesellschaft seien die „weit auseinander liegenden Vorstellungen über die künftigen Konditionen“, teilte die FMG mit. Auch die Lufthansa werde im kommenden Jahr Teile ihrer Bodenabfertigung von einem anderem Anbieter erledigen lassen. „Damit dürfte zu diesem Zeitpunkt eine weitere Anpassung der Personalstärke des Bodenverkehrsdienstes nötig werden“, hieß es.

Zwei Jahre andauernde Verhandlungen

Dagegen sagte Bayerns Verdi-Landesfachbereichsleiter Verkehr, Frank Riegler, Air Berlin werde auch künftig München bedienen, so dass auch die Abfertigung am Boden abgewickelt werden müsse. Ein am Flughafen München tätiger Drittanbieter habe dafür keine ausreichende Infrastruktur. Knackpunkt der seit zwei Jahren andauernden Sozialplanverhandlungen zwischen Verdi und dem Flughafen ist die Bezahlung der Beschäftigten. „Die Menschen müssen von dem Geld auch leben können. Das ist Schichtarbeit und eine schwere Arbeit“, sagte Riegler. Ein Lohn von unter 2000 Euro brutto, wie er jetzt schon bei einigen Beschäftigten üblich sei, sei daher nicht gerechtfertigt.

Der Flughafen München klagt seit Jahren über die hohen Verluste im sogenannten Ground Handling, für die die FMG das Tarifsystem des öffentlichen Dienstes verantwortlich macht. Dessen Löhne und Arbeitszeitregelungen führten dazu, „dass der externe Dienstleister am Münchner Flughafen mit deutlich geringeren Personalkosten und infolgedessen entsprechend niedrigeren Preisen kalkulieren kann“. Gespräche über eine andere Tarifstruktur seien bisher an Betriebsrat und Gewerkschaften gescheitert. 1999 hatte die EU den Markt bei der Bodenabfertigung geöffnet. Die Verluste seither beziffert die FMG auf mehr als 300 Mio. Euro. (dpa)

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