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Auf Basis von Kundenwünschen oder internen Benchmarks lassen sich mit Logec alternative Szenarien abbilden. So können Logistikdienstleister Optimierungspotenziale durch zum Beispiel Sendungsbündelungen oder alternative Routenführungen ermitteln. Auch bei der Berechnung verspricht die Software Flexibilität: wahlweise kann der Anwender mit hausintern ermittelten, branchentypischen oder sogenannten generischen Daten arbeiten. Mit letzteren sind Zahlen gemeint, welche aus dem Handbuch für Emissionsfaktoren (HBEFA) des Umweltbundesamts, dem Greenhouse Gas Protocol und anderen Standardwerken ermittelt werden. Auch Unternehmen ohne hauseigene Datenbank können also Logec nutzen.
Bei den Tourendaten werden auch geografische Angaben berücksichtigt. Denn es ist ein Unterschied, ob ein Lkw durch ebenes, hügeliges oder gebirgiges Gelände fährt. Bei den Sendungsdaten spielen Gewicht und Volumen eine Schlüsselrolle. „Auch komplexe Touren mit zahlreichen Abhol- und Zustellstationen lassen sich abbilden“, berichtet Matthias Wohlfahrt, Partner bei BearingPoint, gegenüber der DVZ.
Die CO2-Emissionen werden abschnittsweise anhand der jeweiligen Tonnagen ermittelt und auf die einzelnen Packstücke heruntergebrochen. Wenn Leerkilometer anfallen, werden diese allen Sendungen anteilig zugerechnet. Auf dieser Basis lassen sich auch multimodale Supply Chains wahlweise in jedem Abschnitt mit pauschalisierten Entfernungsangaben oder aktuellen Scan- sowie Sendungsverfolgungsdaten bewerten.
Der Anwender kann die Emissionen für einzelne Sendungen, Depots oder Kunden dokumentieren. „Industrie und Handel wünschen solche Funktionen auf der untersten Ebene“, betont Matthias Loebich, Partner bei BearingPoint. Vor allem internationale Supply Chains soll Logec durch die Ermittlung des „optimalen Verkehrsträgermixes“ unterstützen. Dabei ist die Datenqualität unterschiedlich gut. Während in Mittel- und Westeuropa häufig Unternehmens- oder Branchendaten vorhanden sind, müssen in Süd- und Osteuropa generische Daten herangezogen werden. Auch vielen Verladern weisen die Datenbanken erhebliche Lücken auf.
Gleichwohl bestehen immer mehr Industrie- und Handelsunternehmen auf exakte CO2-Messungen. „Bei vielen Ausschreibungen spielen CO2-Bilanzen eine Schlüsselrolle“, glaubt Loebich. DVZ 22.12.2011 (bot/cs)
Hintergrund
CO2-Regulierung
Mit ISO 14064 existiert ein branchenübergreifender Standard für die Treibhausgasermittlung und mit DIN EN 16528 wird ein Standard für den Transportmarkt vorbereitet. Weiterhin schreibt eine EU-Verordnung ab 2014 maximal 175 g CO2 für leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 t vor. Eine vergleichbare Verordnung für schwere Lkw wird vorbereitet. Von 2012 an unterliegt auch der europäische Luftverkehr dem Emissionshandel. Zudem preschen einzelne Länder mit Gesetzen vor. Am weitesten geht Frankreich: Von 2013 an müssen für jeden Transport die Emissionen ausgewiesen werden.





