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Streit um Kölner Wirtschaftspolitik

Ausbau des Kölner Südhafens gefordert

27.11.2009 | Der Chemie- und Energiekonzern Evonik hat in einem offenen Brief Investitionen für den Rheinhafen in Köln-Godorf gefordert. Werde das „Zwei-Hafen-Konzept“ nicht umgesetzt, würden den Unternehmen in Köln massive Wettbewerbsnachteile drohen.

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Mit „großer Sorge“ verfolge Evonik Industries die Diskussion um den Godorfer Hafen. „Der Kölner Süden kann nur dann eine starke Chemie-Region bleiben, wenn der Hafen wie geplant ausgebaut wird“, heißt es in einem offenen Brief, den der Industriekonzern an den Vorstan der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) geschickt hat. Evonik betreibt im Nachbarort Wesseling einen seiner größten Standorte mit über 1200 Mitarbeitern.

Die Verkehrsanbindung sei für Evonik ein wichtiger ist dabei laut Korte ein wichtiger Standortfaktor, schreibt Werksleiter Hermann-Josef Korte. Allein aus dem Werk in Wesseling sei der Versand von Containern über die vergangenen sechs Jahre jährlich um vier Prozent gewachsen, zum Großteil in Richtung Nordseehäfen. „Das Binnenschiff über den Rhein ist für diese Strecke das Verkehrsmittel der Wahl. Der nächst gelegene Hafen mit Container-Verladung ist für uns bislang der in Köln-Niehl“, so Korte weiter. Dieser sei je nach Fahrroute bis zu 30 Kilometer entfernt. Eine Verladung über den Godorfer Hafen – in direkter Nähe zum Werk – sei dagegen nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch vorteilhaft im Sinne der Umwelt und damit der Anwohner.

In dem Schreiben tritt der Konzern auch der immer wieder geäußerten Kritik entgegen, die Kölner Häfen seien nicht entsprechend ausgelastet: „Seit einiger Zeit kämpfen unsere Seehafen-Spediteure mit Kapazitätsproblemen in Niehl.“ Das sogenannte „bipolare Hafenkonzept“ mit je einem Containerhafen im Norden und im Süden Kölns bezeichnete Korte als „aktuell, richtig und zukunftsweisend.“ Der Hafenausbau sei eine in jeder Hinsicht sinnvolle Lösung, für die Umwelt, für die Bürger und für die Industrie. Denn: „Ohne den ausgebauten Godorfer Hafen erleidet Köln binnen weniger Jahre einen Verkehrsinfarkt!“

HGK: Ausbau ist wirtschaftlich

Rolf Bender, Vorstandsprecher der HGK, begrüßte einer Mitteilung zufolge die Initiative. Die HGK habe in den vergangenen Tagen viel Zuspruch erfahren, unter anderem von den Martinswerken, Basell Polyolefine, vom Verband der Kölner Spediteure und Hafenanlieger, vom DGB und von der IHK. „Für uns steht fest: Die Hafenerweiterung in Godorf ist wirtschaftlich, umweltschonend und sichert Arbeitsplätze. Das geplante Terminal kann bereits ab 2012 in Betrieb gehen. Nur durch einen Ausbau legt Köln die Grundlage für eine zukunftsfähige Verkehrs-Infrastruktur.“

Zurzeit prüft das Oberverwaltungsgericht in Münster die Formalien des Genehmigungsverfahrens. Die HGK erwartet der Pressemitteilung zufolge eine baldige Aufhebung des vorläufigen Baustopps, um spätestens nach dem Jahreswechsel die Arbeiten in Godorf fortsetzen zu können. (pkl)

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