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Mandelis wurde nicht festgenommen, weil die Sache verjährt sei, berichtete die griechische Presse anschließend. Am Nachmittag erhob die Staatsanwaltschaft von Athen jedoch Anklage wegen Annahme von Schmiergeldern. Zudem werde untersucht, ob er auch andere Straftaten wie Steuerhinterziehung begangen habe, hieß es. Mandelis wurde die Ausreise aus Griechenland verboten. Berichte, denen zufolge er das Land am Nachmittag in Richtung Aserbaidschan verlassen habe, stellten sich als falsch heraus. "Ich bin in Griechenland und stehe der Justiz zur Verfügung", sagte Mandelis am Abend im griechischen Fernsehen.
Mandelis' Angaben zufolge hatte sich ein Unbekannter telefonisch bei ihm gemeldet, sich als Vertreter der Siemens-Zentrale ausgegeben und ihm angeboten, seinen Wahlkampf zu unterstützen. Die Gelder seien in zwei Raten - zunächst 200.000 D-Mark und danach weitere 250.000 D-Mark
- auf ein Konto in der Schweiz überwiesen worden.
Beamte der Steuerfahndung durchsuchten am Nachmittag die Zentrale von Siemens-Griechenland in der Vorstadt Maroussi. Eine Erklärung dazu gab es nicht, wie das Staatsfernsehen berichtete. "Ex-Minister packt aus - Sozialisten unter Schock", lautete der Tenor in der Presse. Mandelis war von 1988 bis 2004 auch zuständig für die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes und die Modernisierung der griechischen Bahnen.
Schmiergeld in Höhe von 100 Mio. Euro
Nach Schätzungen in der griechischen Presse könnte Schmiergeld in einer Gesamthöhe von bis zu 100 Mio. Euro an Politiker und Funktionäre geflossen sein. Bereits vor drei Jahren hatte ein anderer hoher Funktionär der Sozialisten gestanden, er habe 1 Mio. D-Mark in einem Koffer von Siemens-Mitarbeitern erhalten und diese in die Kasse der Sozialistischen Partei (Pasok) eingezahlt. Bei Siemens sollen in den vergangenen Jahren über 1,3 Mrd. Euro in dunklen Kanälen verschwunden sein. Ein Großteil des Geldes soll im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden sein. (dpa)






