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Megafusion unter Dach und Fach

United und Continental versuchen es gemeinsam

03.05.2010 | Die US-amerikanischen Fluggesellschaften United und Continental fusionieren zur größten Fluggesellschaft der Welt. Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die Unternehmen Synergien in dreistelliger Millionenhöhe.

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United-Chef Glenn Tilton sprach am Montag von einem "Zusammenschluss von Gleichen". Zusammen befördern die zwei Gesellschaften im Jahr mehr als 144 Millionen Passagiere zu 370 Zielen in 59 Ländern. Sie stoßen den US-Konkurrenten Delta Air Lines als Marktführer vom Thron.

In der Branche herrschen Sparzwänge und ein starker Konsolidierungsdruck. In der Wirtschaftskrise waren die Fluggäste ausgeblieben, nun lasten die steigenden Treibstoffpreise auf den Unternehmen. Die meisten Fluggesellschaften schreiben Verluste. "Zusammen werden wir die finanzielle Stärke haben, um auch kritische Investitionen zu tätigen", sagte Continental-Chef Jeff Smisek. Er will neue Flugzeuge anschaffen und alte modernisieren.

United und Continental werden unter dem Dach der United Continental Holdings zusammenrücken, wie sie in Houston und Chicago mitteilten. Auf den Flugzeugen prangen künftig beide Namen. Sitz wird Chicago sein. An der Spitze des neuen Konzerns steht Smisek, dem kontrollierenden Verwaltungsrat wird Tilton vorstehen.

Bargeldlose Transaktion

Die Gesellschaften fusionieren über einen Aktientausch. Die Continental-Eigner bekommen für ein eigenes Papier 1,05 Aktien von United. Am Ende sollen sie 45 Prozent an der neuen Holding halten, und die United-Aktionäre 55 Prozent. Im vierten Quartal soll der Zusammenschluss perfekt sein. Allerdings müssen sowohl Aktionäre als auch Wettbewerbshüter noch zustimmen.

Die zwei Fluggesellschaften sind bereits über das Luftfahrtbündnis Star Alliance miteinander verflochten, dem auch die Deutsche Lufthansa angehört. Vor zwei Jahren hatten sie schon einmal versucht, zusammenzugehen, der Versuch scheiterte aber in letzter Minute. In den vergangenen Tagen hatten sich nun die Anzeichen verdichtet, dass der neue Anlauf klappt.

Eigentlich hatte United Fusionsgespräche mit US Airways geführt, war zwischenzeitlich aber auf Continental umgeschwenkt. Nach Ansicht von Analysten passen die Continental und United besser zueinander. Es gebe nur "minimale Überlappungen", stellten die beiden Unternehmen selbst fest. In der Branche wurde spekuliert, United habe nur mit US Airways gesprochen, um Continental eifersüchtig zu machen.

Kostenersparnis im dreistelligen Millionenbereich

Bis 2013 will der neue Konzern jährliche Einsparungen von 200 bis 300 Mio. US-Dollar erreichen und obendrein durch den Zusammenschluss noch 800 bis 900 Mio. US-Dollar mehr Geschäft im Jahr machen. Das soll etwa durch die bessere Abstimmung von Flügen erreicht werden. Auch versprechen die beiden Fluggesellschaften, das beste Vielfliegerprogramm der Branche aufzulegen. Dem stehen Kosten für die Fusion von geschätzten 1,2 Mrd. US-Dollar gegenüber.(dpa)

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