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Kriminalität im Transportwesen

Müll aus Hamburg verärgert Brasiliens Behörden

18.08.2010 | In Brasilien sorgt eine aus Hamburg verschiffte illegale Müllladung für Unmut. Es handelt sich dabei um 22 Tonnen Hausmüll, die von den Behörden im Hafen von Rio Grande im Süden des Landes sichergestellt wurden. Deklariert war die Containerladung als industrieller Kunststoffabfall, der zum Recyceln und Verkauf nach Brasilien gebracht werden sollte.

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Der Müll muss nun binnen zehn Tagen, gerechnet vom 13. August an, wieder nach Deutschland zurückgebracht werden. Die koreanische Transportfirma Hanjin Shipping wurde bereits von der brasilianischen Umweltbehörde Ibama mit einer saftigen Strafe von 1,5 Millionen Reais (rund 664.000 Euro) belegt.

Im Hamburger Hafen ist der Fall bislang nicht bekannt. 22 Tonnen entsprechen ungefähr einer Containerfüllung. Der Container könnte auf jedem der Hamburger Terminals umgeschlagen worden sein. "Wir überprüfen, ob die Papiere in Ordnung sind und kontrollieren die Ladung nur, wenn wir Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten haben", sagte ein Sprecher des Hamburger Zolls.

Täglich würden im Hamburger Hafen rund 22.000 Containereinheiten (TEU) umgeschlagen. Der Umschlag von Hausmüll spiele keine größere Rolle; er werde auch statistisch nicht erfasst. Sollte es sich um Gefahrgut handeln, so gelten beim Umschlag im Hafen besondere Regeln der Gefahrgutverordnung See.

Hausmüll, benutzte Windeln und Reinigungsreste

Der Müll wurde nach Ibama-Angaben von Dienstag bereits vorige Woche entdeckt. Statt des Kunststoffs fanden die Beamten Hausmüll, darunter auch benutzte Windeln, Reste von Reinigungsprodukten und "jegliche Art von kontaminierten Abfällen".

Exporteur sei das Hongkonger Unternehmen Dashan. In den Ladepapieren stehe, dass das Material aus Tschechien stamme und für die brasilianische Firma Recoplast bestimmt sei, die ebenfalls mit einer Strafe von 400.000 Reais (rd. 177.000 Euro) belegt wurde.

Ibama-Präsident Abelardo Bayma sagte, die Verschiffung des Mülls verstoße gegen die Baseler Konvention von 1988, die Kontrollmechanismen für den Transport gefährlicher Abfälle vorsehe. "Der Verstoß gegen internationale Abkommen ist ein Affront gegen die Unterzeichnerstaaten und in diesem Fall eine Missachtung Brasiliens und der brasilianischen Gesellschaft."

Erster Fund schon 2009

Die Behörden reagieren auch deshalb pikiert auf den Fall, weil im Süden des Landes bereits 2009 illegale Mülladungen aus Europa entdeckt wurden. Damals waren es 1400 Tonnen Abfall aus Großbritannien. Politiker hatten sich nach dem Fund empört, dass Europa Brasilien als "Müllhalde" benutzen wolle. (dpa)

 Mitteilung der IBAMA (portug.)

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