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Die Staatsanwaltschaft hatte für jeden der fünf Angeklagten Haftstrafen von sieben Jahren gefordert. Sie sieht es als erwiesen an, dass die Somalier im Alter zwischen 25 und 45 Jahren am 2. Januar 2009 versucht haben, einen türkischen Frachter mit Waffengewalt zu kapern, um dann Lösegeld zu fordern.
Mit der Forderung waren die Ankläger zwei Jahre unter der möglichen Höchststrafe für Mitglieder von Piratenbanden geblieben. Für den mutmaßlichen Anführer hätten sie sogar zwölf Jahre Haft verlangen können. Im Jemen waren am 18. Mai sechs Piraten aus Somalia zum Tode verurteilt worden, weil sie im April vergangenen Jahres einen jemenitischen Öltanker ohne Ladung überfallen hatten. Die Angeklagten in Rotterdam hatten bei der Eröffnung des Prozesses am 25. Mai ihre Unschuld beteuert. Sie seien nur Fischer, die in Seenot geraten seien und das Schiff „Samanyolu“ hätten um Hilfe bitten wollen, erklärten sie.
Die Staatsanwaltschaft stützte sich auf Aussagen der Besatzung des Frachters sowie von dänischen Marinesoldaten. Demnach haben die Somalier die unter der Flagge der Niederländischen Antillen fahrende „Samanyolu“ mit einem Raketenwerfer und automatischen Waffen beschossen. Ihr Boot wurde von der sich wehrenden Besatzung des Frachters mit Leuchtmunition in Brand gesetzt und sank samt der angeblichen Waffen. Die Männer wurden anschließend von einem dänischen Marinehubschrauber aus dem Wasser gefischt. Kopenhagen übergab sie später der niederländischen Justiz.
Der erste Piraten-Prozess auf europäischem Boden wird von der Staatsanwaltschaft in Hamburg aufmerksam beobachtet. Sie will demnächst zehn Somaliern wegen Piraterie den Prozess machen, die inzwischen von den Niederlanden an Deutschland ausgeliefert wurden. Die zehn Männer waren Anfang April bei einer Befreiungsaktion der niederländischen Marine auf dem deutschen Containerschiff „Taipan“ überwältigt und festgenommen worden. In Hamburg drohen ihnen Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren. (dpa)





