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Die Arbeitnehmervertreter sprachen am Nachmittag von rund 800.000 Teilnehmern, die Behörden schätzen die Zahl auf 350.000. Flug- und Bahnreisende mussten ausfallende Verbindungen und Verspätungen hinnehmen. Auch Schulen, Unternehmen und Behörden waren von Arbeitsniederlegungen betroffen.
Mit den Streiks und Demonstrationen wollen die französischen Gewerkschaften gegen die vermutlich bevorstehende Erhöhung des Renteneintrittsalters protestieren. Es liegt derzeit bei 60 Jahren - während in Deutschland bereits eine Erhöhung von 65 auf 67 Jahre beschlossen ist. Die Regierung will das Renteneintrittsalter deutlich anheben. Zusätzlich ist im Gespräch, den Mindestzeitraum für Beitragszahlungen weiter zu verlängern.
Wenn das System nicht geändert werde, würden im Jahr 2050 etwa 100 Mrd. Euro fehlen, hatte Premierminister François Fillon kürzlich gesagt. Präsident Nicolas Sarkozy hat die Rentenreform als wichtigstes Projekt seiner verbleibenden Amtszeit bezeichnet.
Hohe Streikbereitschaft
Aktuellen Umfragen zufolge sind fast zwei Drittel der Franzosen bereit, für die Beibehaltung des Renteneintrittsalters zu demonstrieren. Diese Quote hatte Anfang des Jahres allerdings schon einmal höher gelegen. Ein Gesetzentwurf zur Rentenreform soll im Juli im Kabinett vorgestellt werden und dann von September an im Parlament erörtert werden. Haushaltsminister François Baroin sprach am Donnerstag von "fairen" und "ausgewogenen" Reformplänen. (dpa)





