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Konjunktur und Handel

Krise bremst Chinas Außenhandel

Von Andreas Landwehr, Peking

10.01.2012 | Chinas Außenhandelswachstum ist auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Krise dämpft das Wirtschaftswachstum. Über die globalen Unsicherheiten diskutiert US-Finanzminister Geithner derzeit in Peking. Bei neuen Sanktionen gegen den Iran will China aber nicht mitmachen.

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Die Weltwirtschaftskrise trifft China immer härter. Der Außenhandel der zweitgrößten Wirtschaftsnation wuchs zum Jahresende so langsam wie seit zwei Jahren nicht mehr. Über die wirtschaftlichen Unsicherheiten weltweit beriet US-Finanzminister Timothy Geithner am Dienstag bei einem Besuch in Peking. Laut US-Angaben wollte Geithner ferner für neue Finanzsanktionen im Atomstreit gegen den Iran werben, die die chinesische Regierung aber ablehnt. Auch die Klagen der USA über eine Unterbewertung der chinesischen Währung, die Chinas Exporte künstlich verbilligt, dürften zur Sprache kommen.

Allerdings schrumpfte der chinesische Handelsüberschuss im abgelaufenen Jahr weiter um 14,5 Prozent auf 155 Mrd. US-Dollar, wie die Zollverwaltung in Peking berichtete. Dadurch könnte der Druck etwas nachlassen, den Yuan schneller aufzuwerten. Der chinesische Außenhandel nahm 2011 um 22,5 Prozent auf 3,64 Billionen US-Dollar zu. Durch die Krise wurde das Exportwachstum im Dezember auf 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgebremst. Die Importe stiegen um 11,8 Prozent.

Die Europäische Union blieb der größte Handelspartner Chinas. Der Zuwachs betrug 18,3 Prozent auf 567 Mrd. US-Dollar. Der Handel mit den USA stieg um 15,9 Prozent auf 446 Mrd. US-Dollar. Nach Gesprächen am Dienstag mit Vizepremier Wang Qishan sollte Geithner am Mittwoch von Vizepräsident Xi Jinping empfangen werden. Auch Regierungschef Wen Jiabao wird Geithner treffen.

China will Dialog mit Iran stärken

Chinesische Experten erwarteten keinen Durchbruch in bilateralen Handelsfragen und beim Wunsch der USA nach größerem Druck auf den Iran. "Die Möglichkeiten für konkrete Fortschritte sind gering", zitierte die "China Daily" den Experten Niu Xinchun von einer Denkfabrik der Regierung. China lehnt neue Sanktionen gegen den Iran ab und befürwortet vielmehr eine Wiederaufnahme des Dialogs über dessen Atomprogramm. Geithner wollte Maßnahmen gegen Irans Zentralbank diskutieren, die die Einnahmen aus Ölexporten verwaltet.

Chinas Führung wolle mit Geithner vor allem über die "großen Herausforderungen" durch die Weltwirtschaftskrise diskutieren, sagte ein Sprecher. Die Unsicherheiten und der Rückgang des Außenhandels werden das Wirtschaftswachstum in China in diesem Jahr auf 8,3 Prozent drücken, schätzt die Deutsche Bank. Im ersten Quartal könnte das Wachstum nur noch zwischen sechs bis sieben Prozent liegen, bevor sich die Wirtschaft wieder erholt.

Der Anstieg der Ausfuhren dürfte sich weiter verlangsamen. Der Forscher Zhou Shijian von der Qinghua-Universität in Peking geht laut Nachrichtenagentur Xinhua vorerst nur noch von einem einstelligen Wachstum aus. Im vergangenen Jahr wuchsen die Ausfuhren um 20,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,9 Billionen US-Dollar. Die Importe stiegen um 24,9 Prozent auf 1,74 Billionen US-Dollar. Im Vorjahr hatte das Wachstum noch bei 31 beziehungsweise 38 Prozent gelegen. (dpa)

 Weitere Informationen zur Konjunktur erhalten Sie auch auf unserer DVZ-Hintergrundseite "Wirtschaftskrise"

 Bericht von "China Daily" vom 10. Januar 2012

 

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