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Vor allem Antwerpen fürchtet negative Folgen

Belgischer Lotsenstreik beendet

Die Reederei MSC hat wegen der wiederholten Lotsenstreiks mit ernsten Konsequenzen gedroht und während des jüngsten Streiks etwa 40 Schiffe nach Rotterdam umgelenkt. (Foto: Arndt)

Von Eckhard-Herbert Arndt

17.02.2012 | Am Donnerstagabend endete der Streik der rund 350 Lotsen, der in Belgien die Häfen lahmgelegt hatte. Der Arbeitskampf hatte am Dienstagnachmittag begonnen. Rund 70 Schiffe lagen zwischenzeitlich in den Häfen fest oder auf Reede. Der Durchbruch gelang nach mehrstündigen Verhandlungen von Spitzenvertretern der Flämischen Regierung sowie den Lotsen am späten Donnerstagabend.

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Als eine Konsequenz aus dem Streik wurde die Einrichtung einer Arbeitsgruppe beschlossen, die sich intensiv mit den Strukturen des Lotswesens beschäftigen soll. Ihr werden neben den Lotsen Vertreter der Hafenwirtschaft, der Hafenverwaltungen und der flämischen Regierung angehören. Sie hat die Aufgabe Vorschläge zu erarbeiten, wie die Lotsen zu einer dauerhaft zuverlässig arbeitenden Serviceeinrichtung für die flämischen Häfen werden können.

Der Antwerpener Schiffsmaklerverband ASV hatte dieser Tage die öffentlich-rechtliche Struktur und damit den Beamtenstatus der Lotsen in Frage gestellt. Eine Hafensprecherin erklärte gegenüber der DVZ, "dass es nicht per se um eine Privatisierung des Lotsenwesens geht. Was sich am Ende verändert, das genau ist ja Gegenstand der Arbeitsgruppe“. Die Lotsen erklärten indes, sie hätten „endlich das Gefühl, dass die flämische Regierung unsere Forderungen ernst nimmt“.

Am stärksten betroffen von den Streikaktionen war Belgiens größter Hafen Antwerpen. Die Hafenleitung zeigte sich daher auch besorgt um den internationalen Ruf und mögliche negative Folgen des Streiks. So will die Reederei MSC, die in Antwerpen ein eigenes Terminal betreibt, ihr dortiges Engagement "überdenken". Am Donnerstag hatte sie den Terminalbetrieb zunächst eingestellt und beschlossen vorerst 40 Schiffe nach Rotterdam umzuleiten. Zugleich kündigte sie ernsthafte Konsequenzen für den Standort Antwerpen wegen der wiederholten Lotsenstreiks an. Dabei hatte MSC noch vor wenigen Monaten angekündigt, den Scheldehafen durch weitere Dienste stärken zu wollen.

Allerdings ist auch in Rotterdam nicht alles im grünen Bereich. Der Arbeitskonflikt bei APM-Terminals ist noch nicht beigelegt. Jedoch besteht kein Sachzusammenhang mit den Aktionen der belgischen Seelotsen. (sm)

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