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Die Lage der Schifffahrt ist dramatisch. ?Für die Reeder geht es um das Überleben?, konstatierte Svein Steimler. Der Leiter des Ro/Ro-Geschäfts der japanischen Reederei NYK in Europa erwartet eine Marktbereinigung: ?Es wird ein Blutbad geben.?
Andererseits können die Reeder darauf bauen, dass die Globalisierung auf lange Sicht wieder für mehr Beschäftigung sorgt. Die weltweite Arbeitsteilung lasse sich nicht zurückdrehen, sondern werde noch zunehmen, meint Prof. Frank Straube von der TU Berlin. Die Kunden werden nach seiner Erkenntnis künftig die Zuverlässigkeit höher schätzen als die Schnelligkeit des Transports.
Zu einem Umdenken in der Kundschaft in diese Richtung werden nach Steimlers Worten die absehbaren Pleiten beitragen. Die überlebenden Carrier werden nach seiner Überzeugung aus der Krise lernen und neue Geschäftsmodelle umsetzen, die auf die vertikale Integration der Wertschöpfungskette zielen.
Um für das künftige Wachstum der Verkehre gerüstet zu sein, müssten die Hinterlandverbindungen der Seehäfen und die organisatorischen Abläufe auf den Terminals verbessert werden, forderte Frank Dreeke, geschäftsführender Gesellschafter von EKB Container Logistik. An die verladende Wirtschaft richtete Dreeke den Appell, die Rampenzeiten auf zunächst ?16 Stunden an 6 Tagen? zu verlängern.
"Es darf nicht passieren, dass Investitionen in Seehäfen jetzt ausgesetzt werden?, warnte der Vorstandsvorsitzende der BLG Logistics Group, Detthold Aden. Der Infrastrukturausbau sei eine langfristige Angelegenheit. Aden ist überzeugt, dass die Warenströme bald wieder in Gang kommen, weswegen BLG antizyklisch investiere: ?Ein Investitionsstopp würde sich schnell rächen.?
Damit die Ausbauvorhaben schneller umgesetzt würden, müssten die Küstenländer ?noch koordinierter und massiver in Berlin auftreten?, forderte Senator Ralf Nagel. Das Land Bremen werde jetzt die Mittel für Straßen und Hafenbahn bereitstellen, um den ?Ertrag der Großinvestitionen in die Containerterminals sicherzustellen?. DVZ 17.3.2009 (wö/rok)


