-Anzeige-
Das Suez Canal Container Terminal von APM Terminals im Hafen Port Said war am Montag außer Betrieb. Alle ägyptischen Büros der zur Gruppe A.P. Møller-Maersk gehörenden Unternehmen blieben zu. Betroffen seien die Containerreedereien Maersk Line und Safmarine sowie die Speditionstochter Damco, teilte ein Sprecher mit.
Der Suezkanal sei anders als die Häfen offen, bestätigte der Sprecher. Dessen Passage ist reibungslos möglich, berichtet die Containerreederei Hapag-Lloyd und verweist auf eine ungehinderte Durchfahrt der "Los Angeles Express" am Sonntag.
Auch die Agenten der Reederei Hamburg Süd in Alexandria und Kairo arbeiteten nur mit Notbesetzung. Wie Walter Stork, Aufsichtsratsvorsitzender der Navis Schifffahrts- und Speditions-Aktiengesellschaft in Hamburg, berichtete, sind die Büros wegen der Ausgangssperre ab 15 Uhr nur bis 14 Uhr mit wenig Personal besetzt. "Wir verladen nur, wenn das ausdrücklich gewünscht wird", sagte Stork.
LH Cargo setzt aus
Lufthansa Cargo hat bei ihrem einzigen wöchentlichen Frachterflug von Frankfurt über Kairo nach Sharjah (VAE) am Montag die ägyptische Hauptstadt ausgelassen. Die meiste Fracht, vorrangig verderbliche Ware, gehe ohnehin in LH-Passagierfliegern nach Frankfurt und München mit, erläuterte ein Sprecher.
Am Flughafen Kairo sei keine Zollabfertigung möglich, informierte der Kep-Dienstleister FedEx. Alle bereits angekommenen Lieferungen würden im Flughafen-Kuriergebäude deponiert. "Sendungen, die auf dem Weg nach Ägypten sind, werden bis auf weiteres an den FedEx-Standorten Paris-Charles de Gaulle, London-Heathrow und Dubai International Airport gelagert", teilte eine Sprecherin mit. Seit Sonnabend sei die Auslieferung in Ägypten bis auf weiteres eingestellt. Auch DHL hat alle Abhol- und Ausliefer-Services temporär unterbrochen.
Beim Autozulieferer Leoni steht seit gestern die Produktion in Kairo still. Das Problem: Von den 4000 Mitarbeitern schaffte es nur ein Bruchteil zur Arbeitsstätte, da das öffentliche Verkehrsnetz zusammengebrochen ist. "Wir sind aber weiter lieferfähig", versicherte ein Sprecher. Die Bestände reichen für ein bis zwei Wochen.
Derzeit versucht Leoni, eigene Transportmittel für die Arbeiter zu besorgen. Zugleich prüfe der Konzern Ausweichmöglichkeiten in Tunesien und Marokko.
Geschlossen bleibt derzeit auch die ägyptische Gesellschaft des italienischen Logistikers Villanova. Im vorigen Sommer hatte er erst 1,5 Mio. Euro investiert, um den Lkw-Fuhrpark zu verdoppeln. DVZ 1.2.2011 (as/cs/kk)



