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Europaminister Uwe Döring (SPD) forderte am Donnerstag in Kiel eine ?mentale Brücke? zwischen den beteiligten Regionen, um Wissenschaft, Arbeitsmarkt und Kultur miteinander zu verknüpfen. Wirtschaftsminister Jörn Biel (parteilos) rief die Logistikbranche dazu auf, schnell neue Kontakte aufzubauen und das Land frühzeitig als Lager- und Umschlagplatz auf dem Weg von und nach Skandinavien zu etablieren.
Der Bau einer Fehmarnbelt-Querung werde auf deutscher und dänischer Seite je 2000 Arbeitsplätze schaffen, der spätere Betrieb dann zusammen 1700. ?Ich bin überzeugt, dass die Region eine der großen Wachstumsregionen in Europa werden wird?, sagte Döring. Dafür müsse es aber schon jetzt eine stärkere internationale Zusammenarbeit geben. Möglichkeiten dafür soll eine Konferenz Anfang Juni in Lübeck zeigen. ?Wir wollen mehr als eine Brücke schaffen?, sagte Döring. Er wünsche sich dafür beispielsweise einen deutsch-dänischen Arbeitsmarkt, der von der gegenseitigen Anerkennung der Abschlüsse bis zu gemeinsamen Ausbildungsgängen beim Bau reiche, sagte der Minister. ?Gerade in der Krise ist es wichtig, sich für die Zukunft gut aufzustellen?, sagte er.
Der Vorsitzende der Logistikinitiative Schleswig-Holstein, Sven-Jens Uhlmann, appellierte auf einer Tagung in Lübeck an die Unternehmen der Branche, nicht in Krisenszenarien zu verharren. ?Auch wenn die gegenwärtige Krise viele Unternehmen hart trifft, müssen wir jetzt voraus denken. Wir dürfen nicht erst anfangen zu planen, wenn die Verbindung fertig ist?, sagte er. Die rund 19 Kilometer lange Verbindung zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland soll bis 2018 für den Verkehr freigegeben werden.
Dänemark einen Schritt voraus
Mit der Schaffung von Autohöfen, Güter- und Logistikzentren und der Ausweisung entsprechender Gewerbegebiete könnten sich die Gemeinden zwischen Fehmarn und Hamburg und die Branche auf die zu erwartenden Verkehrsströme von und nach Skandinavien einstellen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, Bernd Rohwer. ?Die Dänen sind uns da einen Schritt voraus?, sagte er.
Zur Konferenz am 2. und 3. Juni in Lübeck kommen Vertreter aller beteiligten Regionen zusammen. Eingeladen sei zudem eine Delegation aus der Öresundregion, die Döring als gelungenes Beispiel lobte, an dem man sich orientieren könne. Konkrete Beschlüsse erwarte er von dem Treffen zwar nicht, dafür aber eine Liste mit Aufgaben, die es im Vorgriff auf die eigentliche Beltquerung zu erledigen gebe. Das Bauwerk allein reiche jedenfalls nicht aus. ?Kritiker sagen, die Brücke verbindet zwei Rapsfelder. Wenn man da nichts tut, könnte das tatsächlich so sein?, sagte Döring.
Kritik an den Vorstellungen der beiden Minister kam aus der Landtagsopposition. Heiner Garg (FDP) bezeichnete die Pläne als reine ?Ankündigungspolitik? und forderte die Regierung auf, Tatsachen zu schaffen. Detlef Matthiessen (Grüne) sprach von einer ?Konferenz der Fantasten?. Das Projekt Fehmarnbelt-Querung sei nach wie vor ein Milliardengrab. (dpa)


