-Anzeige-
Dafür investiert der Bund rund 285 Mio. Euro. Für das neue Hebewerk legten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) am Montag den Grundstein. Zugleich wurde das 75-jährige Betriebsjubiläum des alten Schiffshebewerkes gefeiert. Der Neubau soll bis 2014 fertig sein; zunächst sollen beide Schiffsfahrstühle noch parallel arbeiten.
Beide Schiffshebewerke befinden sich an der Oder-Havel-Wasserstraße, nordöstlich von Berlin. In einer gemeinsamen Mitteilung beider Politiker sprach Tiefensee von einem ?wichtigen Impuls für die Region Nordbrandenburg?. Nachfolgende Investitionen seien garantiert. ?Dadurch schaffen und sichern wir Arbeitsplätze.?
Platzeck erwartet, dass die Binnenhäfen in Schwedt (Landkreis Uckermark) und Eberswalde (Landkreis Barnim) künftig mit zusätzlichen Kapazitäten rechnen können. Die Hafengelände entwickelten sich durch die Ansiedlung von Branchen, die der Schifffahrt nahe stehen, zu Job-Motoren für den regionalen Arbeitsmarkt, sagte er.
Nur 47 Ausfalltage in 75 Jahren
Das Schiffshebewerk Niederfinow war 1934 in Betrieb genommen worden. In dem mit Wasser gefüllten Trog überwinden Schiffe auf dem Weg zwischen Berlin und Ostsee einen Höhenunterschied von 36 Metern. In seiner 75-jährigen Dienstzeit sei der Betrieb nur an 47 Tagen unterbrochen gewesen, teilte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit. Seit Inbetriebnahme erfolgten 765.500 Trogfahrten - mit zusammen 160 Millionen Tonnen Güter an Bord.
2008 passierten mehr als 5000 Güterschiffe das Hebewerk. Dazu kamen noch rund 8100 Sportboote und Fahrgastschiffe. Dieses Schauspiel lockt jährlich an die 150.000 Gäste an. Während des Neubaus wird an der Baustelle mit bis zu 300.000 Besuchern pro Jahr gerechnet. Für sie öffnet im April ein Informationszentrum. Das neue Hebewerk wird größer als das jetzige Bauwerk. Es kann nach seiner Inbetriebnahme in dem mit Wasser gefüllten Trog bis zu 110 Meter lange und rund elf Meter breite Güterschiffe befördern.
Das alte Schiffshebewerk wird so lange genutzt, bis das neue störungsfrei funktioniert, so lange es das Verkehrsaufkommen erfordert und der Weiterbetrieb wirtschaftlich ist, hieß es in der Mitteilung des Amtes. ?Danach wird es stillgelegt und bleibt als herausragendes Technikdenkmal erhalten.? (dpa)


