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Auf den Straßen Nordrhein-Westfalens sind noch nie so wenige Menschen ums Leben gekommen wie im vergangenen Jahr. Innenminister Ingo Wolf (FDP) sprach am Dienstag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2008 von einem ?historischen Tiefstand? bei der Zahl der Verkehrstoten im Allgemeinen sowie bei der Zahl der verunglückten Kinder und der getöteten jungen Fahrer. Im Vergleich zu 2007 habe es außerdem weniger Verletzte und weniger Unfälle gegeben.
Insgesamt starben im vergangenen Jahr in NRW bei über 558.000 Unfällen (2007: rund 572.000) 687 Menschen. Das sind 6,2 Prozent oder 45 Todesopfer weniger als im Jahr zuvor. Hauptursache war überhöhte Geschwindigkeit. 1964 hatte NRW mit 4709 Toten einen historischen Negativ-Rekord seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik 1953 erreicht.
Der Minister ging vor allem mit ?verantwortungslosen Lastkraftwagenfahrern? ins Gericht. ?LKW-Fahrer, die bei Tempo 90 Zeitung lesen, mit dem Handy am Ohr telefonieren oder sich während der Fahrt Kaffee kochen, handeln verantwortungslos und müssen mit Konsequenzen rechnen.?
Rechtliche Unklarheiten
Rechtlich sei dies allerdings nicht in allen Fällen einfach, räumte Polizeidirektor Wolfgang Blindenbacher ein. Derzeit prüfe ein Bund-Länder-Fachausschuss, ob man etwa Kaffeekochen, Faxen oder das Arbeiten am Laptop hinter dem Steuer verbieten kann und wie man es dann mit dem Einstellen des Navigationsgeräts oder mit Essen am Lenkrad hält. ?Grundsätzlich ist aber jeder verpflichtet, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren?, sagte Blindenbacher. Trotz der Gesetzeslücke müssten Lkw-Fahrer, die unangenehm auffielen, mindestens mit ?intensivster Kontrolle? ihres Fahrzeugs rechnen.
Nach Ansicht der Grünen sind zu schnelle Lastwagen ?Gefahrenquelle Nummer Eins auf den NRW-Straßen?. Rund ein Drittel aller Verkehrstoten auf den Autobahnen gehe auf Unfälle mit Lkw zurück, sagte ihr Verkehrsexperte Horst Becker. Deshalb müssten die Überholverbote ausgeweitet werden. (dpa)


