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Verkauf unrentabler Gesellschaften und Beteiligungen

Lufthansa will wegen sinkender Gewinne Konzern straffen

(Foto: Lufthansa)

27.10.2011 | Wegen schwindender Gewinnaussichten strafft die Lufthansa ihr Geschäft und will sich von unprofitablen Töchtern und Beteiligungen trennen.

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Noch vor Jahresende könnte die defizitäre Tochter British Midland (bmi) komplett verkauft sein, berichtete das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt. Das Unternehmen sei in Verhandlungen mit ernsthaften Interessenten, erklärte Finanzchef Stephan Gemkow. Auch Beteiligungen wie an der chinesischen Frachtgesellschaft Jade stehen auf dem Prüfstand. Für den IT-Anbieter Lufthansa Systems sucht man einen Partner mit weltweitem Marktzugang, der zu zusätzlichen Investitionen bereit ist. Am Samstag wird die nach gut zwei Jahren wieder aufgelöste Lufthansa Italia ihren letzten Flug absolvieren.

Europas größte Fluggesellschaft hat im dritten Quartal nach dem Rekordsommer des Vorjahres Federn lassen müssen. Die nachlassende Ticketnachfrage, die Unruhen in Nordafrika, zusätzliche Steuern und vor allem die hohen Kerosinpreise drückten aufs Ergebnis. Während der Umsatz zwischen Juli und September um sieben Prozent auf 8,1 Mrd. EUR wuchs, schrumpfte der Gewinn unter dem Strich um 21 Prozent auf 494 Mio. EUR. Die deutsche Ticketsteuer, die EU-Pläne zum Emissionshandel und das Nachtflugverbot in Frankfurt erschweren das Geschäft zusätzlich.

Mit den teilweise buchungstechnisch bedingten Verlust aus den Vorquartalen ergibt sich nach neun Monaten bei einem Umsatz von 22,1 Mrd. EUR (plus 9,6 Prozent) ein Konzerngewinn von 288 Mio. EUR - 45 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn betrug Ende September 578 Mio. EUR und verfehlte damit das Vorjahr nur knapp um 5,6 Prozent. Lufthansa-Chef Christoph Franz bestätigte das Ziel, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis im oberen dreistelligen Millionen-Bereich zu erreichen. Erst im September hatte sich der Vorstand von dem Ziel verabschiedet, den Vorjahreswert von 876 Mio. EUR zu übertreffen.

Für das kommende Jahr haben die Lufthansa-Gesellschaften ihre Flugpläne deutlich zusammengestrichen. Die Zahl der vor allem in größeren Maschinen angebotenen Plätze soll nur noch um 3 statt der geplanten 9 Prozent steigen. Den 32 Neuanschaffungen stehen 38 ältere Maschinen gegenüber, die aus dem Verkehr gezogen und verkauft werden. Ursprünglich war nur die Hälfte der Abgänge geplant.

Während die Schweizer Konzerntochter Swiss und die Fluglinien unter der Marke Lufthansa in den ersten neun Monaten mehr verdienten als im Vorjahreszeitraum, gerieten bmi und Germanwings noch tiefer in den roten Zahlen. Die österreichische Tochter Austrian Airlines (AUA) konnte ihren Verlust verringern, allerdings hat sie die Hoffnung auf einen operativen Gewinn in diesem Jahr aufgegeben. Auch Lufthansa Cargo blieb hinter ihrem operativen Rekordgewinn aus dem Vorjahr zurück. Wegen des überraschend verhängten Nachtflugverbots am Frachtdrehkreuz Frankfurt rechnet Franz mit einer Sonderbelastung im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Trotz der Probleme sieht der Konzernchef die Lufthansa in vergleichsweise guter Position. "Viele unserer Wettbewerber kämpfen darum, zum Jahresende zumindest noch eine schwarze Null zu erreichen", sagte er. (dpa)

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