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In der ersten Runde "konnten erste Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden", wie die Privatbahnen mitteilten. An diesem Dienstag nehmen sie mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA parallele Tarifgespräche auf. Alle drei Arbeitnehmer-Organisationen streben branchenweite Tarifstandards an und reden darüber auch mit der bundeseigenen Bahn.
GDL-Chef Claus Weselsky äußerte sich am Montagabend nach der ersten Runde "ganz optimistisch" für die weiteren Gespräche. Es sei ein gemeinsames Verständnis erzielt worden, einen Rahmentarifvertrag für Lokführer auszuhandeln. Darin sollten unter anderem Einkommen, Arbeitszeiten und das Qualifikationsniveau geregelt werden, sagte Weselsky. Die fünf Firmen signalisierten ihre Bereitschaft, mit der GDL über einen Tarifvertrag nur für Lokführer zu verhandeln. Sie beschäftigen insgesamt rund 10.000 Mitarbeiter und haben bisher eigene Tarifverträge. Die Einkommen bei den privaten Konkurrenten liegen teils 20 Prozent unter dem Niveau der Deutschen Bahn.
Weselsky sagte, wer behaupte, ohne den Wettbewerbsvorteil niedrigerer Lohnkosten keine Verkehrsverträge gewinnen zu können, irre. Er betonte, man wolle vorerst auf Verhandlungen setzen und nicht mit Streiks drohen. Es gelte aber: "Wenn wir das Gefühl bekommen, dass man uns auf die lange Bank schieben will, werden wir mit entsprechenden Maßnahmen Druck ausüben." Mit der Deutschen Bahn verhandeln die Gewerkschaften bereits seit Mitte Juli.
Parallele Verhandlungen mit der DB
Wie die Arbeitgeberseite nach einem Auftakttreffen am Montag in Berlin mitteilte, "konnten erste Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden". Bei den Verhandlungen zwischen DB und GDL in Frankfurt stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Lokführer weiterbeschäftigt werden, wenn eine Strecke nach einer Ausschreibung den Betreiber wechselt, wie die GDL und die Deutsche Bahn mitteilten. Die GDL hat einen einheitlichen Flächentarifvertrag für alle rund 20.000 Lokführer in Deutschland als zentrales Verhandlungsziel ausgerufen. Daneben fordert sie Entgeltsteigerungen um fünf Prozent.
Nach Angaben der GDL legten die Arbeitgeber zwar am Sonnabend erstmals ein schriftliches Angebot zur Frage der Weiterbeschäftigung von Lokführern vor. Allerdings sei dies noch völlig unzureichend. Beide Seiten hätten nun zwei weitere Sondierungsverhandlungen und ein Spitzentreffen für den 15. September vereinbart. "Allerdings ist unsere Geduld nach vier Verhandlungen und ebenso vielen Sondierungen nicht endlos. Wir erwarten Ergebnisse", sagte GDL-Chef Claus Weselsky.
Die großen Konkurrenten der Deutschen Bahn wollen in den ersten koordinierten Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften eigene Vorschläge präsentieren. "Unser Ziel ist, einen gemeinsamen Tarifvertrag abzuschließen, der alle Berufsbilder erfasst", sagte ein Sprecher der Benex-Holding.
Kein Konkurrenzkampf über Löhne
Einheitliche Tarifstandards in der gesamten Branche sollen einen Konkurrenzkampf über die Löhne verhindern. "Das Lohnniveau soll bundesweit gleich sein - ob in Görlitz oder in München", sagte Kirchner. Die Löhne der Deutschen Bahn seien die Messlatte. Die Einkommen bei den Konkurrenzunternehmen liegen teils um 20 Prozent unter dem Niveau des bundeseigenen Konzerns.
Einem bundeseinheitlichen Mindestlohn erteilte die GDL am Wochenende eine Absage. "Wir reden nicht über Mindestlöhne", sagte Weselsky der "Sächsischen Zeitung". Es brauche den Mindestlohn nur, wo die Gewerkschaft den Markt nicht selbst regulieren könne. Die Lokführer seien aber zu 75 Prozent organisiert und müssten nicht mit dem Minimum zufrieden sein. (dpa/pkl)


