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Staat will in Infrastruktur investieren

Logistiker haben hartes Jahr vor sich

06.01.2009 | Die Logistik- und Transportunternehmen stellen sich auf ein extrem schwieriges Jahr ein. Gefragt sind Rezepte, die das Überleben sichern.

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Darin sind sich die Spitzenvertreter einig, wie eine Umfrage der DVZ zeigt. "Die fetten Jahre sind in allen Verkehrsbereichen erst einmal vorbei", urteilt Michael Kubenz, Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV). Nicht nur der deutliche Rückgang der Nachfrage verderbe die Stimmung. "Viel schwerer wiegen die mittelstandsfeindliche Verkehrspolitik von Bund und Ländern und die rücksichtslos durchgeboxte Mauterhöhung", kritisiert der DSLV-Sprecher.

Harsche Kritik

Sogar von einem "Existenz-Vernichtungsprogramm" spricht Hermann Grewer, Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), in diesem Zusammenhang. Die Lkw-Unternehmen könnten die Krise auch nur dann durchstehen, wenn sie die Maut ohne Zeitverzug und in vollem Umfang an ihre Auftraggeber weiterreichen und kostendeckende Preise durchsetzen. Darüber hinaus werden nach Meinung Grewers viele Unternehmen Transportkapazitäten und Personal abbauen müssen.

Mehr denn je sollten die Logistiker nun auf "operative Exzellenz" bedacht sein, rät Prof. Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Es gelte, "die operativen Ressourcen sinnvoll zu dimensionieren und die richtigen Methoden und Verfahren so konsequent und so akribisch wie nie umzusetzen".

Aus der schwierigen Lage des Lkw-Gewerbes resultiert für Dr. August Ortmeyer, Leiter des Fachbereichs Dienstleistungen, Infrastruktur und Regionalpolitik beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die Forderung an den Gesetzgeber, die Mauterhöhung auszusetzen. Die verladende Wirtschaft könne diese Belastung vor dem Hintergrund des Konjunktureinbruchs nicht noch zusätzlich tragen.

Von der Bundesregierung erwartet die Logistik- und Transportbranche vor allem den beschleunigten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. "Gerade in Krisenzeiten muss der Staat dort investieren, wo eine gute Rendite gesichert ist", stellt der Präsident des Deutschen Verkehrsforums, Klaus-Peter Müller, fest: "Mit jeder investierten Milliarde werden rund 20 000 Arbeitsplätze geschaffen."

Die Bundesregierung könnte der Binnenkonjunktur entscheidende Impulse geben, wenn sie Infrastrukturinvestitionen vorzöge, gibt der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Detthold Aden, zu bedenken.

Trübe Stimmung

In welch schlechter Verfassung sich die deutsche Wirtschaft derzeit sieht, verdeutlicht auch eine vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zum Jahreswechsel veröffentlichte Branchenumfrage. Von den 43 befragten Verbänden – darunter auch der DSLV – gaben 41 an, die Stimmung in den Unternehmen ihrer Sparte sei schlechter als zum vorherigen Jahreswechsel. Die aus dem vergangenen Aufschwung gespeiste Zuversicht sei weitgehend verschwunden, berichtet IW-Direktor Prof. Michael Hüther.

Die Mehrzahl der Verbände rechnet mit einer rückläufigen Produktions- und Investitionsentwicklung im laufenden Jahr. Bei der Beschäftigung gehen immerhin noch 17 Verbände von einer stabilen Mitarbeiterzahl aus. (woe/sr)

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