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Infolge der verheerenden Naturkatastrophe mussten japanische Automobilhersteller ihre Produktion einstellen. Durch die unterbrochenen Logistikketten sind Materiallieferungen zum Erliegen gekommen, zudem gibt es Probleme mit der Stromversorgung. Toyota habe den Betrieb in allen zwölf Werken gestoppt, teilte das Unternehmen mit. Honda, Nissan und Suzuki haben ihre Produktion voraussichtlich bis Ende der Woche ausgesetzt. Auch bei der japanischen Daimler-Nutzfahrzeugtochter Mitsubishi Fuso ruhe die Arbeit, heißt es von seiten der Firma.
Zudem haben deutsche Hersteller wie Daimler und BMW ihre Exporte über das Autoterminal Bremerhaven vorerst gestoppt, sagte ein BLG-Logistics-Sprecher der DVZ. Auf den Import über Bremerhaven würden die Ausfälle in Japan allerdings kaum Auswirkungen haben, da die meisten Hersteller in Europa für den hiesigen Markt produzieren.
Nur bedingt Ausgleich möglich
Die japanischen Autohersteller können langfristige Ausfälle nach Angaben von Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen nur zu etwa 30 Prozent durch Ausweitungen der Produktion in den Werken außerhalb Japans ausgleichen. Derzeit fehle noch der Überblick, wie stark die Logistikstrukturen für den Fahrzeugexport und die -produktion zerstört wurden. Unklar ist auch, inwieweit in nächster Zeit Energie zur Produktion und zum Transport zur Verfügung stehen werden.
Welche Folgen die Ausfälle auf den europäischen Markt und die Importe haben, lässt sich momentan nicht sagen. "Wir beginnen gerade, mit unseren Mitgliedern Gespräche zu führen", sagte Thomas Almeroth, Geschäftsführer des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), gegenüber der DVZ.
Genauere Angaben zur weiteren Entwicklung seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Die Produktionsstandorte in Europa seien bislang nicht betroffen.
Endmontage in China gestört
Anfällig ist die Versorgungskette für Elektronikkomponenten. Hersteller wie Sony, Panasonic und Sharp haben Fabriken geschlossen oder können nur eingeschränkt produzieren, da immer wieder der Strom abgestellt wird, heißt es in Berichten unter Berufung auf die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Engpässe bei Elektronikteilen beeinträchtigen die Endmontage von Produkten in China.
Die Katastrophe könnte aber auch weltweit Folgen haben. Japan ist als großes Exportland besonders eng mit der Weltwirtschaft verzahnt und steht für gut 8 Prozent des Welteinkommens. Etwas über 1 Prozent der deutschen Exporte gehen nach Japan. Knapp 3 Prozent der Importe bezieht Deutschland aus der drittgrößten Volkswirtschaft. DVZ 15.3.2011
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