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Arbeitsmarkt

Fachkräfte im Fokus

26.01.2012 | Deutsche Betriebe suchen händeringend gute Mitarbeiter – die Nachfrage nach Arbeitskräften hat zuletzt stark zugenommen. Fachkräftesicherung wird dadurch mehr und mehr zur zentralen Aufgabe für die Unternehmen, aber auch für die Politik.

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Mehr als jedes dritte Unternehmen kann laut aktuellem DIHK-Arbeitsmarktreport offene Stellen zwei Monate oder länger nicht besetzen, das sind insgesamt 1,3 Millionen Arbeitsplätze. Insbesondere technikorientierte Branchen wie Fahrzeugbau und Elektrotechnik sind betroffen – aber auch die Gesundheitswirtschaft. Das Fehlen von Fachkräften gefährdet die Entwicklung der betroffenen Unternehmen, wenn Aufträge mangels Personal nicht angenommen werden können. Damit verringern sich letztlich auch die Beschäftigungschancen auf nachgelagerten Qualifikationsstufen.

Immer mehr Unternehmen wollen im Wettbewerb um gutes Personal mit einer höheren Arbeitgeberattraktivität punkten. Nahezu jedes dritte Unternehmen will so Fachkräfte gewinnen und halten. Neben Aspekten wie Arbeitsplatzqualität und Karrierechancen spielt dabei natürlich auch die Bezahlung der Mitarbeiter eine Rolle. Der Vorwurf, Betriebe würden zwar über Fachkräftemangel klagen, seien aber nicht bereit, knappe Experten entsprechend zu bezahlen, scheint daher der Auffassung der kammern zufolge nicht treffend.

Jeder vierte Betrieb will auf Fachkräfteengpässe zudem mit einer leichteren Vereinbarkeit von Familie und Beruf reagieren. Das Thema Vereinbarkeit hat deutlich an Bedeutung gewonnen – vor vier Jahren sahen lediglich 15 Prozent darin eine Maßnahme zur Fachkräftesicherung. Parallel dazu ist der konsequente Ausbau der Betreuungsinfrastruktur unerlässlich. Auch die Beschäftigung Älterer bietet großes Potenzial. Jedes vierte Unternehmen will hier künftig noch mehr tun. Wichtig sind dabei eine altersorientierte Personalpolitik und betriebliche Gesundheitsförderung. Fachkräfte aus dem Ausland sind für zwölf Prozent eine Option. Die von der Bundesregierung beschlossenen Zuwanderungserleichterungen sind ein richtiger Schritt und könnten diesen Anteil künftig steigen lassen. Den Spitzenplatz im Kampf gegen den Fachkräftemangel belegen nach wie vor Aus- und Weiterbildung – rund jedes zweite Unternehmen will hier noch eine Schippe drauflegen. Sinkende Schülerzahlen, fehlende Ausbildungsreife sowie die Konkurrenz des Studiums machen es den Betrieben immer schwerer, geeignete Azubis zu finden.

Sorgenkind Nr. 1: Qualifikation der Schulabgänger

Die Betriebe wollen ihre Hausaufgaben machen – doch auch die Politik steht in der Pflicht. Hohe Schul- und Studienabbrecherquoten sowie eine mangelnde Ausbildungsreife erschweren den Einstieg in Arbeit. Zwei von drei Unternehmen sehen in einer besseren Qualifikation der Schulabgänger eine wesentliche Hilfe zur Fachkräftesicherung. Wichtig ist deshalb: Abbrecherquoten reduzieren, Ganztagsangebote ausbauen, Berufsorientierung stärken. Mehr als jeder dritte Betrieb mahnt zudem eine bessere Vermittlung von Arbeitslosen durch die Arbeitsagenturen an. Deren Leistungen sind in den vergangenen Jahren bereits deutlich besser geworden, aber gerade mit Blick auf die Betriebsnähe besteht noch Potenzial – beispielsweise beim Abgleich konkreter Stellenprofile mit den Bewerberqualifikationen.

Die Politik hat das Thema Fachkräftesicherung aufgegriffen – nun muss sie die Weichen richtig stellen. Die Entwicklungen in den Betrieben sind regional unterschiedlich. Um dem Rechnung zu tragen, können lokale Netzwerke der Akteure vor Ort einen wichtigen Beitrag leisten und gerade kleine Unternehmen sinnvoll unterstützen.

(Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages)

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