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Verdacht auf verbotene Preisabsprachen

EU-Razzia bei Container-Reedereien

Im Containerverkehr soll es illegale Preisabsprachen gegeben haben. Bestätigt sich der Verdacht, drohen Strafen in Millionenhöhe. (Foto: sm)

17.05.2011 | Die EU-Kommission verdächtigt mehrere europäische Container-Reedereien der verbotenen Preisabsprache. Auf der Suche nach Beweisen wurden Büros von Schifffahrtsunternehmen durchsucht, die im Linienverkehr mit Containertransporten aktiv sind.

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Die Wettbewerbshüter bestätigten am Dienstag die Razzien, ohne Namen zu nennen. Dem Vernehmen nach gehört auch der dänische Konzern A.P. Møller Maersk, die größte Container-Reederei der Welt, dazu. Die Reedereien hätten offenbar untereinander Preise und Mengen für Linientransporte in und aus Europa abgesprochen.

Die obersten Wettbewerbshüter Europas haben "Anlass zu glauben, dass die Firmen gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen haben, das Preiskartelle und den Missbrauch einer dominanten Marktposition verbietet". Falls sich herausstellt, dass die Unternehmen schuldig sind, kann die EU-Kommission hohe Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens verhängen.

Maersk bestätigte die Razzia, wies aber alle Vorwürfe wegen illegaler Preisabsprachen zurück. "Wir sind eindeutig der Auffassung, dass unsere Praxis in Übereinstimmung steht mit den Konkurrenzregeln der EU", sagte Maersk-Chefjurist Christian Kledal in Kopenhagen. Sein Unternehmen werde bei der "kompletten Aufklärung des Sachverhalts eng mit der Kommission zusammenarbeiten".

Bislang nur Anfangsverdacht

Auch die Reedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd haben eine Untersuchung der EU-Kommission in ihren Unternehmen wegen des Verdachts unerlaubter Preisabsprachen bestätigt. "Die EU-Kommission führt derzeit bei Linienschifffahrtsunternehmen in Europa Untersuchungen durch, ob es nach Abschaffung der Freistellungsverordnung für Linienschifffahrts-Konferenzen im Oktober 2008 Verstöße gegen EU-Wettbewerbsrecht gegeben hat", teilte Hapag-Lloyd am Dienstag mit. "Wir sind davon überzeugt, dass wir in Übereinstimmung mit den EU-Wettbewerbsregeln handeln", hieß es weiter. Auch bei Hamburg Süd seien Mitarbeiter der EU-Kommission seit Dienstagmorgen tätig, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens.

Preisabsprachen oder die Ausnutzung einer Monopol-Stellung zum Schaden von Konkurrenten oder Verbrauchern sind in der EU verboten. Allerdings betonte die Kommission, dass bisher nur ein Anfangsverdacht vorliege und Durchsuchungen noch kein Beleg für die Schuld der Firmen seien. Eine Frist für den Abschluss der Untersuchung gibt es nicht. (dpa)

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