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"Wir haben einen pragmatischen Weg gefunden", erläuterte Peter Somaglia, Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters Aviasecure. Während in Deutschland das Luftfahrtbundesamt die Zertifizierung in Eigenregie vornehmen soll, übertrug das Schweizerische Bundesamt für Zivilluftfahrt die Aufgabe an vier Zertifizierungsorganisationen. Das Luftfahrtbundesamt musste erst geeignetes Personal finden und qualifizieren; die Schweizer Zertifizierer sind bereits seit 2009 an der Arbeit. "2009 wurden 50 Unternehmen als Bekannter Versender zertifiziert, 2010 waren es 375 und in diesem Jahr 325", sagt Somaglia.
Hoher Aufwand
Die Zertifizierungskosten dürften die wenigsten abschrecken: Pro Jahr werden an externen Ausgaben 1000 Schweizer Franken fällig, rechnet der Sicherheitsexperte vor. Der mit dem Status verbundene interne Aufwand ist vielen Unternehmen aber zu hoch. Von den 8000 Bekannten Versendern in der Schweiz vor der Einführung der geltenden Regel sind jetzt noch 850 übrig.
Mit einem ähnlichen Trend rechnet Harald Zielinski, Sicherheitschef bei Lufthansa Cargo, auch für Deutschland. Folge: "Der Anteil der als unsicher angelieferter Fracht könnte auf 90 Prozent ansteigen", befürchtet Zielinski. Dadurch wird ein Run auf die Röntgengeräte an den Flughäfen und bei Dienstleistern mit entsprechendem Equipment zunehmen. Diese hoffen auf einen Technologiesprung. "Am Markt gibt es bisher Screeninggeräte die 95 Prozent aller LD3-Container beurteilbar machen", sagt Zielinski. Röntgenapparate für größere Behälter sind jedoch entweder untauglich oder utopisch teuer.
"Wenn das Scanning kommt, wird alles langsamer", befürchtet Willem van der Schalk, Geschäftsführer von a. hartrodt und DSLV-Vizepräsident. Van der Schalk kritisiert vor allem, dass die europäische Verordnung zur Luftfrachtsicherheit in nahezu allen 27 betroffenen Staaten unterschiedlich ausgelegt wird.
Wettbewerbsverzerrung droht
"Sicherheit ist ein Marketing-Argument geworden", sagte van der Schalk. Belgier und Holländer versuchen dem Spediteur zufolge mit der großzügigeren Auslegung der Vorschriften deutsche Kunden an ihre Standorte zu locken. Van der Schalk folgert: "Wir brauchen eine einheitliche Auslegung". Sonst bestehe eine reale Abwanderungsgefahr. DVZ 29.10.2011
Weitere Informationen finden Sie auch in unserem DVZ-Hintergrund "Luftfrachtsicherheit"



