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"Wir haben im ersten Halbjahr 2010 in Hamburg die höchste Tonnage unserer Geschichte auf den Hafenbahnschienen gehabt." Das sagte Harald Kreft, Hafenbahnchef bei der Hamburg Port Authority (HPA), am Mittwoch auf der Tagung "Hamburg: Europas Hub im Eisenbahngüterverkehr". Das habe "natürlich auch Folgen für das, was wir im Hinterland brauchen", sagte Kreft. Selbst bei Vollendung des mit 305 Mio. Euro dotierten Seehafen-Hinterlandprogramms des Bundes steuerten die Bahnen wieder auf Engpässe im Netz zu.
"Die Straße kann die Volumina nicht aufnehmen", warnte Stephan Hugo Winters, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Hansestadt Hamburg. Ein Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben habe, werde notwendige Ausbaumaßnahmen im Schienennetz aufzeigen.
"Beherzt investieren"
"Wenn man versäumt, beherzt zu investieren, erzeugt man hohe Kosten", sagte Winters. Dies würden nicht nur Umweltkosten durch zunehmenden Straßenverkehr sein, sondern auch Kosten durch im Stau stehende Lkw.
Die landseitige Anbindung der Seehäfen hat für das Bundesverkehrsministerium absolute Priorität, berichtete Staatssekretär Enak Ferlemann aus dem Bundesverkehrsministerium. Er begrüßte, dass es gelungen sei, die Verkehrsinvestitionen bei den Bemühungen um die Haushaltskonsolidierung weitgehend zu verschonen. Der Staatssekretär warb dafür, künftig einen Teil der konsumptiven Ausgaben aus dem Sozialetat, der 50 Prozent des Bundeshaushalts ausmache, für investive Ausgaben zu verwenden. Er denke an 2 Mrd. Euro pro Jahr.
Im Eisenbahnverkehr hat für das Bundesverkehrsministerium die Ertüchtigung des bestehenden Netzes höchste Priorität. Wenn die Ausbaumöglichkeiten ausgeschöpft seien und sich herausstelle, dass die Kapazitäten dennoch vollständig genutzt sind, müsse die Y-Trasse gebaut werden.
Kernprojekte definieren
Thorsten Schein, Leiter Netzinvestitionen bei DB Netz, appellierte an die Politik, sich mit DB Netz auf Kernprojekte festzulegen, die nicht infrage gestellt werden. Mit den mittelfristig geplanten Haushaltsmitteln ließen sich die Vorhaben des aus dem Bundesverkehrswegeplan abgeleiteten Bedarfsplans jedenfalls nicht bewältigen. DVZ 26.8.2010

