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Niedersächsischer Hafentag

Die Wirtschaftskrise wirkt in den Häfen noch nach

Die maritime Wirtschaft ist in Niedersachsen ein wichtiger Arbeitgeber. (Bild: dpa)

03.09.2010 | In den niedersächsischen Häfen stehen die Zeichen nach dem schwierigen Jahr 2009 auf Erholung. Trotz der zum Teil schlechten Auftragslage wurden über Kurzarbeit und andere Instrumente möglichst viele Mitarbeiter gehalten. Trotz optimistischer Einschätzungen für die maritime Wirtschaft wird sich die Erholung aber trotzdem schwierig gestalten.

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Dieses fazit zog der sagte Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen, Andreas Bullwinkel, am Freitag beim 20. Niedersächsischen Hafentag in Emden. Im ersten Halbjahr 2010 sei ein Aufschwung erkennbar. In fast allen Seehäfen sehe es gut aus.

Problematisch bleibe dennoch die Gesamtsituation der Unternehmen. Umsätze und Erträge hingen trotz der steigenden Umschlagszahlen noch zurück. Gut entwickelt habe sich der Umschlag von On- und Offshore-Windkraftanlagen in Emden und Brake. In Cuxhaven lag das Plus bei Windkraft-Ladung sogar bei 53 Prozent.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) geht von einem anhaltenden Wachstum der maritimen Wirtschaft aus. Nach einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums werde der Seegüterumschlag in den deutschen Seehäfen 2010 um rund neun Prozent oder 23,6 Millionen Tonnen auf 283 Millionen Tonnen steigen, sagte Bode. Damit seien rund 40 Prozent des Einbruchs von 2009 aufgeholt.

Bode mahnt funktionale Transportketten an

Der Ex- und Import laufe zu 90 Prozent über die Seewege, sagte Bode weiter. Daher müsse die Transportkette funktionieren. Niedersachsen wolle deshalb die Küstenregion mit gezielten Investitionen zu einer Wachstumsregion machen. In dem Küstenland seien rund 41.000 Beschäftigte von den Häfen abhängig.

Neben dem Ausbau der Wasserstraßen und der Vertiefung von Elbe, Weser und Ems sprach sich Bode für bessere Anbindungen der Häfen an das Hinterland aus. Dabei gehe es um Projekte wie die Küstenautobahn A 20, den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg - Wilhelmshaven und die Y-Trasse. Alle drei Projekte sind bei Anwohnern in den betroffenen Regionen stark umstritten.

Mit dem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven gehe das größte Infrastrukturprojekt des Landes gut voran, sagte Bode. Der Jade-Weser-Port werde am 5. August 2012 in Betrieb gehen. Bereits jetzt werde über eine Erweiterung des neuen Hafens nachgedacht.

Bedeutung Hamburgs unterstrichen

Niedersachsen und Hamburg sind sich nach Bodes Worten einig, dass der Hamburger Hafen große Bedeutung für die wirtschaftliche Situation Norddeutschlands habe. Voraussetzung für die nächste Elbvertiefung sei jedoch, dass die Deichsicherheit und ökologische Interessen gewährleistet seien. Es müsse zu einem vernünftigen Ausgleich zwischen den beiden Bundesländern kommen.

Für VW bleibt der Emder Hafen die Drehscheibe beim In- und Export von Neuwagen. Mit einem neuen Liegeplatz für Autotransporter und größeren Schiffen nach der Emsvertiefung solle der Autoumschlag bis zum Jahr 2018 verdoppelt werden. In diesem Jahr peile VW wieder die Marke von einer Million umgeschlagener Autos an, sagte der Leiter der Konzernlogistik, Thomas Zernechel. Jährlich erreichten rund 750 Schiffe, 50.000 Waggons und 25.000 Lastwagen die Emsmündung, um Autos anzuliefern oder abzuholen. (dpa)

 Seaports Niedersachsen

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