szmtag

DVZ.de-Serie "Next Generation"

Der Offensiv-Spieler

Von: Sebastian Reimann; Hamburg

01.02.2010 | Bei Kühne + Nagel (KN) steht der Ausbau der Landverkehrsaktivitäten ganz oben auf der strategischen Agenda. Philippe Hausser musste daher nicht lange überlegen, als der die Chance bekam, in diesem Bereich mitzuarbeiten.

Schließlich ist er nach eigener Aussage eine „Explorer-Natur“.

-Anzeige-

Vor rund einem Jahr sorgte Kühne + Nagel mit der Ankündigung für Aufsehen, einige Hundert Vertriebsmitarbeiter einstellen zu wollen. Zur Erinnerung: Es war die Zeit, als die Finanz- und Wirtschaftskrise gerade auf die Logistikbranche übergriff . Den meisten Anbietern fi el nichts anderes ein, als auf die Kostenbremse zu treten und die Kapazitäten auf allen Ebenen zu verringern. Indes verfolgte KN eine duale Strategie – das heißt, der Konzern kündigte ein umfassendes Kostensenkungsprogramm an und ging gleichzeitig mit einer verstärkten Vertriebsmannschaft zum Angriff auf Marktanteile über. Einer dieser Off ensiv-Spieler ist Philippe Hausser.

Voll im Geschehen. Der 31-Jährige hat bei Kühne + Nagel in Hamburg die Rolle des Route Development Manager für Nordeuropa übernommen. Er selbst beschreibt seinen Job als „strategischen Vertrieb“, und tatsächlich sitzt er an einer der Schaltstellen für die weitere Expansion des Unternehmens im Landverkehr. Seine Aufgabe ist, das Geschäft auf der Straße mit Großbritannien und Skandinavien zu befeuern. Heißt konkret: „Mein Fokus liegt derzeit darauf, möglichst viele Ladungen sowie Rückladungen aus Skandinavien zu akquirieren und dabei Direktverkehre aufzubauen.“ Denn nur wenn das Netz entsprechend effizient ausgelastet ist, macht es Sinn. „Die Aufgabe ist sehr spannend, aber im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld auch recht herausfordernd“, betont er.

Doch Hausser ist keiner, der Herausforderungen scheut. „Ich bin eine Explorer-Natur“, schätzt er sich selbst ein. Dieses Vorangehen offenbarte der 1,90-Meter-Mann, der in seiner Freizeit gern um die Alster joggt, schon direkt nach dem Abitur in München. 1998 begann er eine Ausbildung bei BMW und arbeitete zwei Jahre lang vor allem im Marketing und Vertrieb. Der Job bei dem Automobilhersteller machte ihm Spaß, und er wäre auch gern geblieben, aber: „Ich wollte direkt in den Großkundenbereich. Das ging aber erst mit 26 und ich war 22.“ Die Folge: Hausser packte seine Koffer und zog rund 500 km nach Südwesten. In Lausanne machte er an der dortigen Business School einen Bachelor in Business Administration.

Nachdem er das dortige Programm als einer der besten seines Jahrgangs abgeschlossen hatte, entdeckte der aus einer Banker-Familie stammende Nachwuchsmanager die Logistik. Er begann ein internationales Management-Trainee-Programm bei Kühne + Nagel. Zunächst arbeitete er in der Abteilung für internationale Ausschreibungen in London und zog nach acht Monaten weiter nach Hongkong, um dort die Tender für den asiatischen Markt zu bearbeiten.

In einem internationalen Umfeld tätig zu sein, ist Hausser quasi in die Wiege gelegt worden. Schließlich wurde er in Paris geboren. In Hongkong blieb er trotzdem nur vier Monate. „In einer Bar habe ich den KN-Verkaufsleiter für Deutschland getroffen, und der hat mich für den Verkauf begeistert“, erinnert er sich. Und so kehrte er im Oktober 2003 nach Deutschland zurück – als Sales Assistant in die Luftfrachtabteilung in Frankfurt/Main. Nach einem halben Jahr ging es von dort als Sales Representative für See- und Luftfracht sowie Supply Chain Management weiter nach Nürnberg.

„Das war ein schwieriges Pflaster“, so Hausser in der Rückschau. Er musste ins kalte Wasser springen und war auf einmal im Außendienst für 80 Bestandskunden und mehrere Key Accounts verantwortlich. Doch trotz des Karrieresprungs wollte sich die Zufriedenheit mit dem Job nicht recht einstellen; ihm fehlte es, international zu arbeiten.

Dies konnte er im Rahmen eines zehnmonatigen Projekts für Araia Supply Management Consultants tun. Für einen führenden Hersteller elektronischer Bauelemente, Module und Systeme suchte er vom Frühjahr 2005 an Zulieferer in China, Brasilien und Europa und wickelte in dieser Zeit 40 000 t Luftfracht ab. Die Zeit war auch aus persönlicher Sicht erfolgreich. „Ich arbeitete in einem sehr gut funktionierenden Team und eng mit den Partnern zusammen“, hebt Hausser hervor. Es war auch einer der Araia-Gründer, der ihm vorschlug, seinen Horizont noch einmal zu erweitern und einen MBA zu machen.

Hausser folgte dem Rat und schrieb sich bei der Top-Management-Schule Instituto de Empresa in Madrid ein. Auf der einen Seite war die Zeit sehr arbeitsintensiv. „Wir haben zig Case Studies bearbeitet, und im Schnitt habe ich zumindest anfangs sicherlich nur vier bis fünf Stunden pro Nacht geschlafen“, erzählt er lächelnd. Zudem seien die Studenten stets angetrieben worden, denn „jeder wurde mit jedem verglichen, so dass ein starker Konkurrenzdruck herrschte“. Auf der anderen Seite hat das Jahr in Spanien Hausser nach eigener Einschätzung aber „noch einmal einen echten Schub gebracht“. „Dort waren 75 unterschiedliche Nationalitäten vertreten, so dass ich sehr viele interkulturelle Beziehungen geknüpft habe“, betont er.

MBA als Job-Turbo. Den Job konnte er sich angesichts der Vielzahl der Angebote anschließend aussuchen. „Zuerst wollte ich zurück in die Automobilbranche“, sagt Hausser, gab aber dann doch der stark wachsenden Logistikbranche den Vorzug. Bei dem Systembetreiber für Palettenmanagement Chep stieg erAnfang 2008 als Value Chain Manager Europe ein. „Das war zu der Zeit genau das passende Aufgabenfeld für mich“, betont er. Heißt: Als Inhouse-Consultant analysierte er die Kosten der Kunden, um ihnen anschließend maßgeschneiderte Angebote machen zu können. Und das Ganze eben auf europäischer Ebene.

Bessere Perspektiven für seine weitere berufliche Entwicklung sah er bei der weltweit operierenden Kühne + Nagel-Gruppe. Sein neuer Job bei KN ist sowohl eine Rückkehr als auch ein Neuanfang. Hausser freut sich über „die spannende Aufgabe, an etwas Neuem mitwirken zu können, das nette Team und das super Arbeitsklima“. „Ich fühle mich in Hamburg rundum wohl“, betont er. Er wäre allerdings kein „Explorer“, wenn er nicht schon wieder nach neuen Entwicklungsmöglichkeiten suchen würde – selbstverständlich bei KN. Hausser: „Ich würde gern eines Tages noch einmal im Ausland arbeiten. Hongkong hat mir damals gut gefallen.“ (DVZ 19.12.2009)

Diese Seite weiterempfehlen

Schreiben Sie der Redaktion: redaktion(at)dvz.de »

-Anzeige-

NEUESTE JOBS

NEUESTE JOBS

Logistics Planner (m/w)
Intersport Deutschland eG
74078  Heilbronn
Leiter Distributionslogistik (m/w)
Koch, Neff & Volckmar GmbH
70565  Stuttgart
Seefracht Import Spezialist (in)
JAS Forwarding GmbH
53842  Troisdorf-Spich
General Manager (Country Manager) Saudi Arabia
adi Consult GmbH
65451  Kelsterbach
Akquisiteur oder verkaufsorientierten Sachbearbeiter (m/w)
ITM worldwide Logistics GmbH
  Hamburg

DVZ Veranstaltungen

23.03.2010Frankfurt/MainDVZ-Symposium "Logistik-Immobilien"

Branchentermine

15.03.2010
16.03.2010
Abu Dhabi/Arabische Emirate
Global Logistics Forum
16.03.2010
18.03.2010
Shanghai
TOC ASIA

Neuerscheinungen

Fachmagazin für Industrie, Handel und der Dienstleistungsbranche Print in Best...
41.20 EUR
Anzahl

Jetzt liegt die Neuauflage des Standardwerks zur Personalführung vor: erw...
48.00 EUR
Anzahl

Neuauflage 2010! Komplett überarbeitet und aktualisiert. Extra Branchenteil ...
124.00 EUR
Anzahl

Highlights

Mit allen Änderungen beim MwSt- und im Zollrecht und den Neuerungen beim Gefahr...
53.00 EUR
Anzahl

Schwerpunktthemen: Logistik/Kontraktlogistik Logistik-Outsourcing ...
72.00 EUR
Anzahl

Marktgrößen, Marktsegmente und Marktführer Neuauflage 2008!Mit detaillierten ...
398.00 EUR
Anzahl

Newsletter bestellen

Der DVZ-Newsletter - immer auf dem Laufenden.
Hier kostenlos anmelden:

DVZ-Newsletter-bestellen