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Weltmesse für Schiffbau

Otto: Maritime Wirtschaft erholt sich immer klarer

Zuversichtlich (v.l.): Angelika Schennen (Hamburg Messe), Bernd Aufderheide (Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe), Hans-Joachim (Maritimer Koordinator), Bernard Meyer (Präsident europäischer Werftenverband CESA), Peter Hinchliffe (Generalsekretär International Chamber of Shipping & International Shipping Federation). (Bild: eha)

Von Eckhard-Herbert Arndt, Hamburg

06.09.2010 | Die Weltleitmesse der Schiffbauindustrie ist am Montagabend in Hamburg eröffnet worden. Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto, versicherte vor rund 700 Gästen, Deutschland werde angesichts der starken Konkurrenz aus Asien nicht in einen Subventionswettlauf eintreten. Die Bundesregierung setze auf Verhandlungen über ein Weltschiffbauabkommen.

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Die Messe steht im Zeichen einer anziehenden Konjunktur in der Schiffbaubranche. Dabei sollen auch Wege zu mehr Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit aufgezeigt werden. Parallel zur SMM 2010 treffen sich Experten zum ersten branchenweiten Kongress gmec, bei dem es an zwei Tagen (7./8. September) ausschließlich um Umweltschutz in Schifffahrt und -bau geht.

Otto sagte in seinem Grußwort, die Bundesregierung sehe die maritime Wirtschaft auf Kurs. Nachdem die weltweite maritime Wirtschaft 2009 als Folge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise in schwere See geriet, erkennt Otto wieder "klare Zeichen für eine Erholung". Die Lage vieler Schifffahrtsunternehmen habe sich "wieder etwas entspannt".

Der Erholungsprozess dieser Industrie, die "für eine Exportnation wie Deutschland eine strategisch wichtige und unverzichtbare Branche" darstelle, vollziehe sich allerdings in mehreren Teilschritten. Auf die Reedereien folgten die Werften und dann die Zuliefererindustrie, die, was die deutschen Unternehmen betrifft, auch dank ihrer Innovationskraft, vergleichsweise gut durch die Krise gekommen sei. Dass die maritime Branche in Deutschland wieder Fuß fasse, führte Otto neben globalen Einflüsse auch auf die wichtigen politischen Weichenstellungen der Bundesregierung zurück. Beispielhaft sei der "Wirtschaftsfonds Deutschland" , der durch die maritime Wirtschaft "überdurchschnittlich stark genutzt wurde".  Otto stellte aber auch klar, dass diese Einrichtung "nur geplant war, um die Krise zu überbrücken". Daher sei beschlossen worden, dass sie zum Ende 2010 ausläuft. Unternehmen, die diese Hilfe noch in Anspruch nehmen wollen, müssten sich also beeilen. Otto sicherte  aber zu, dass alles fristgerecht gestellten Anträge noch bearbeitet und beschieden würden, auch wenn das neue Jahr bereits angelaufen sei. Schließlich sei die Bearbeitungszeit relativ lang. Über den Fonds hinaus würden aber weiterhin Landesbürgschaften für den Schiffbau gewährt.

Werften brauchen Unterstützung

Zu den wichtigen Aufgaben der deutschen maritimen Politik zählte Otto die Unterstützung der heimischen Werften bei der Forschung und Entwicklung. Derzeit arbeite man in Berlin an einem "Nationalen Masterplan Maritime Technologien", der bereits sehr weit gediehen sei. Ein zentrales Ziel dieses Rahmenplans sei, den deutschen Anteil am Weltmarkt für Meerestechnik deutlich zu steigern, und zwar von derzeit rund drei auf sechs Prozent in wenigen Jahren. Vor dem Hintergrund des an Schärfe zunehmenden Wettbewerbs auf dem Weltschiffbaumarkt müssten deutschen Unternehmen mehr denn je ihre Innovationsführerschaft ausbauen.

Otto hielt es für sehr wichtig, dass die diesjährige SMM  - auch beim umfangreichen Rahmenprogramm - einen zentralen Themenschwerpunkt auf dem Gebiet des Umweltschutzes sieht. Er erkenne für die Schifffahrt bei den umweltfreundlichen Antriebssystemen "noch ein erhebliches Verbesserungspotenzial".

Bernard Meyer, geschäftsführender Gesellschafter der Papenburger Meyer-Werft und Präsident des europäischen Schiffbau-Verbandes CESA, berichtete über das wachsende Interesse der internationalen Reederschaft an LNG als alternativem Treibstoff. So setze sich die Erkenntnis auch in den Häfen durch, dass sich LNG im Rahmen der Stromerzeugung während der Hafenliegezeiten besser eigne als aufwändige Landstromversorungs-Einrichtungen.

Große Nachfrage 

Peter Hinchliffe, Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS), die Interessen der Reeder vertritt, wies auf die mittel- und langfristige Verteuerung der Schiffstreibstoffe hin, wenn innerhalb der kommenden zehn Jahre – in weiteren Teilschritten – der Ausstieg aus dem heute überwiegend verbreiteten Schweröl anstehe, das dann durch Diesel ersetzt werden solle. Es drohe damit auch die Gefahr, dass sich bestimmte Ladungsströme, aber auch der Modal Split der Verkehrsträger, nachhaltig verändere.

Hamburg-Messe-Chef Bernd Aufderheide freute sich über eine voll ausgebuchte Fachmesse. Mit 2003 Ausstellern könne man sogar noch einmal 40 mehr begrüßen als im bisherigen SMM- Spítzenjahr 2008.    bis Ende der Woche rechnet die Messe mit rund 50.000 Fachbesuchern. (eha)

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