-Anzeige-
Das Umschlagvolumen im Seeverkehr über die niedersächsischen Seehäfen belief sich im ersten Halbjahr 2010 auf 22,9 Mio. Tonnen. Das teilt die Seaports of Niedersachsen GmbH mit. Das sind zwar 15 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (26,9 Mio. Tonnen). Das Minus resultiere aber aus dem Rückgang beim Umschlag von Roh- und Mineralöl wegen des derzeitigen Produktionsstopps bei der Raffinerie in Wilhelmshaven. In wertschöpfungsintensiven Bereichen habe es deutliche Zuwächse gegeben.
Der Seehafen Brake kann für den Berichtszeitraum auf ein Plus von acht Prozent verweisen. 2,3 Mio. Tonnen sind hier während der ersten sechs Monate umgeschlagen worden (2,1 Mio. Tonnen im ersten Halbjahr 2009). Besonders in den Kernsegmenten Eisen und Stahl sowie bei Forstprodukten, Futtermitteln und Speiseöl wurden Zuwächse verzeichnet.
In Cuxhaven ist das Umschlagvolumen um 33 Prozent auf 1,02 Mio. Tonnen gesteigert worden (776.164 Tonnen im Vergleichszeitraum). Insbesondere der Fahrzeugumschlag (plus 93 Prozent von 65.536 Einheiten auf 126.360 Einheiten) zeigte sich als starker Treiber einer insgesamt guten Entwicklung in diesem Standort.
Kfz-Umschlag in Emden auf Rekordwert
Ähnlich positiv sieht die Halbjahresbilanz im Seehafen Emden aus. Mit 2,1 Mio. Tonnen umgeschlagener Güter zwischen Januar und Juni 2010 konnte das Ergebnis aus dem Vorjahresvergleichszeitraum (1,6 Mio. Tonnen) um 30 Prozent verbessert werden. Im Automobilbereich wurden zum Halbjahr 560.180 Fahrzeuge umgeschlagen, was einem Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (357.330 Pkw). Für das Gesamtjahr 2010 erwarte die Hafenleitung das Rekordergebnis von über 1 Mio. Einheiten wieder erreichen zu können. Auch im Forstproduktbereich wurden erneut gute Ergebnisse verzeichnet. 333.544 Tonnen Zellstoff und andere Papierprodukte konnten umgeschlagen werden (plus 32 Prozent / 252.446Tonnen). Der Umschlag von Flüssigkreide erhöhte sich von 310.930 Tonnen auf 428.165 Tonnen (plus 38 Prozent).
Mit einem Plus von 15 Prozent hat auch der Seehafen Nordenham ein hervorragendes Zwischenergebnis erreichen können. Der Umschlag von Steinkohle ist um 28 Prozent von 914.772 Tonnen auf 1,1 Mio. Tonnen gesteigert worden. Ebenso hat das Umschlagvolumen bei den Erzen und Abbränden deutlich zugenommen. Hier wurden mit 224.776 Tonnen von Januar bis Juni 2010 gegenüber 155.664 Tonnen im Vergleichszeitraum des Jahres 2009 gut 44 Prozent mehr umgeschlagen.
Im Seehafen Stade wurde mit 2,6 Mio. Tonnen im Vergleich zum 1. Halbjahr 2009 (2,4 Mio. Tonnen) ein um sieben Prozent verbessertes Halbjahresergebnis erreicht. Die Segmente Aluminiumoxyd und -hydroxyd mit einem Plus von 37 Prozent (272.915 Tonnen gegenüber 199.849 Tonnen) und chemische Grundstoffe mit plus 17 Prozent (1,3 Mio. Tonnen gegenüber 1,1 Mio. Tonnen) entwickelten sich dabei positiv. Aufgrund der Baumaßnahmen in diesem Hafen nahm ebenfalls der Umschlag von Baustoffen um 44 Prozent zu und zwar von 70.921 Tonnen auf 102.464 Tonnen im laufenden Jahr.
Wilhelmshaven fällt heraus
Ein Umschlagrückgang von 29 Prozent wurde in Wilhelmshaven verbucht. 12,7 Mio. Tonnen waren es im 1. Halbjahr 2010; vor Jahresfrist wurden noch 18,06 Mio. Tonnen umgeschlagen. Der Einbruch der Umschlagzahlen ist auf den Produktionsstopp bei der Wilhelmshavener Raffinerie zurückzuführen. Der Steinkohleumschlag in Wilhelmshaven war mit 919.462 Tonnen gegenüber 937.646 Tonnen im ersten Halbjahr 2009 nahezu stabil, kann aber die fehlenden Mengen beim flüssigen Massengut nicht kompensieren.
Im Hafen Oldenburg sind 58.802 Tonnen im Seeverkehr umgeschlagen worden (103.020 Tonnen im Vergleichszeitraum 2009). Hier führte eine Verlagerung von Futtermitteltransporten vom See- auf das Binnenschiff zu einer Verschiebung innerhalb der Umschlagstatistik. Das Gesamtumschlagvolumen (See- und Binnenverkehr) in Oldenburg betrug 493.225 Tonnen.
Der Seegüterumschlag im Hafen Leer stieg von 29.840 Tonnen auf 49.376 Tonnen. Der Binnengüterumschlag erfuhr mit 247.984 Tonnen ebenfalls einen Zuwachs (222.783 Tonnen im 1. Halbjahr 2009), insgesamt sind im Standort 297.360 Tonnen umgeschlagen worden.
Im Hafen Papenburg konnte mit 295.409 Tonnen ein Umschlagwachstum im Seeverkehr von vier Prozent erreicht werden (282.718 Tonnen im 1. Halbjahr 2009). Der Gesamtumschlag inklusive des Binnenverkehrs lag bei 464.185 Tonnen. (sm)

