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Es sei ausreichend Masse vorhanden, um die Kosten des Verfahrens abzudecken. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Berthold Brinkmann, der bislang als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt war.
Die Werft hatte im November Insolvenz angemeldet. Brinkmann hatte für Sietas zunächst einen Kredit der HSH Nordbank zur Abwicklung der bestehenden Aufträge hereingeholt und anschließend mit dem Abbau von rund 350 Arbeitsplätzen in der Gruppe begonnen. Gegenwärtig baut Sietas eine Fähre und einen Schwimmbagger. Dieser Auftragsbestand lastet die Werft jedoch nur noch bis zum Sommer aus.
Ein weiterer Auftrag des niederländischen Wasserbauunternehmens Van Oord über ein Offshore-Errichterschiff wurde bereits vor mehr als einem Jahr abgeschlossen, musste nach der Insolvenz wegen geänderter Rahmenbedingungen für die Finanzierung jedoch neu verhandelt werden. Der Abschluss soll so gut wie sicher sein und würde die Werft bis zum Jahresende auslasten. Auch ein zweites, ähnliches Transport- und Installationsschiff vom gleichen Auftraggeber scheint in Reichweite.
Rückendeckung durch Bundesregierung
Die älteste deutsche Werft sucht weiter nach einem Investor und will sich auf den Bau von Spezialschiffen wie Baggerschiffe, Schwerguttransporter und Steineleger spezialisieren. Rückenwind erhielt Sietas am Mittwoch vom Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto (FDP). Die Bedeutung des Auftrags für ein Windkraft-Errichterschiff gehe weit über Sietas hinaus und eröffne Perspektiven für die gesamte deutsche Schiffbauindustrie, sagte Otto in Hamburg. Sietas hatte jahrzehntelang Containerschiffe gebaut; dieser Markt ist jedoch mittlerweile vollständig nach Asien abgewandert.
Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte sich Ende Januar zuversichtlich hinsichtlich der Rettung der Traditionswert geäußert. Allerdings werde die Stadt keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung stellen können. "Die Stadt ist in der Vergangenheit mit ihren eigenen finanziellen Mitteln bereits sehr weit gegangen", hatte Scholz damals gesagt. So habe die Werft im Hamburger Stadtteil Neuenfelde 2009 eine 34-Millionen-Euro-Bürgschaft erhalten. (lno/pkl)
