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"Wegen 10 oder auch 13 Euro werden letztlich nur wenige Passagiere ins Ausland ausweichen", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Die von der Industrie befürchteten Folgen für Arbeitsplätze und Nachfrage werden so nicht eintreten, insbesondere wenn die Steuer geringer ausfällt und Transferpassagiere und Fracht ausgenommen bleiben."
Jörg Schumacher, Sprecher der Geschäftsführung des Flughafens Hahn, warf Schulte in einem Gastkommentar für "airliners.de" das Verfolgen egoistischer Interessen des Frankfurter Flughafens vor. Da Transit und Transferpassagiere von der Steuer ausgenommen werden sollen, würden Umsteigehubs wie Frankfurt und Netzcarrier wie Lufthansa bevorzugt. Inlandspassagiere, die eine Umsteigeverbindung bei zwei verschiedenen Gesellschaften buchten, müssten die Steuer hingegen zweimal bezahlen.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte unterdessen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). "Von Anfang an stand fest, dass wir uns noch gemeinsam auf die konkrete Ausgestaltung der Luftverkehrssteuer verständigen müssen. Ich habe meinen Fraktionskollegen, Verkehrsminister Peter Ramsauer, deshalb gefragt, warum ich seine Position in der Zeitung lesen muss." Schäuble machte jedoch zugleich deutlich, dass er am geplanten Steueraufkommen von 1 Mrd. Euro jährlich festhalten werde. FDP-Fraktionsvize und Verkehrsexperte Patrick Döring wiederholte seine Forderung, auch die Fracht einzubeziehen. DVZ 31.7.2010 (roe)

