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"Der Mangel an Containern ist für unsere Mitglieder weiterhin das größte Problem", berichtet Rüdiger Grigoleit, Logistikchef des Pharma- und Chemiekonzerns Merck und Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees (DSVK) im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), unter Verweis auf eine aktuelle Umfrage. Vor allem die kleineren und mittleren Unternehmen der Exportwirtschaft hätten Schwierigkeiten, von den Reedereien Container termingerecht und in ausreichender Zahl zu bekommen. Speziell 20-Fuß-Behälter für Destinationen an der Westküste Nord- und Südamerikas sind kaum verfügbar, weiß Grigoleit.
Täglicher Kampf
"Bevor ich eine Buchung akzeptieren kann, muss ich mir inzwischen von fünf verschiedenen Stellen ein Okay holen", bestätigt die Vertreterin einer großen deutschen Reederei in Süddeutschland. "Einen leeren Container zu bekommen, ist jedes Mal ein Kampf." In der Regel steht der dann noch im Seehafen oder in einem weit entfernt gelegenen Depot. Die Kalkulation der Exporteure wird dann zusätzlich mit dem Vortransport belastet.
Der Mangel an Container hat mehrere Gründe. Zum einen haben die Reedereien während der Krise keine neuen Boxen gekauft; schadhafte wurden nicht repariert, sondern ausgemustert. Einen guten Teil der Kapazität bindet das "Slow Steaming". Hinzu kommt, dass sich speziell asiatische Reedereien bei ihren Dispositionen am Bedarf ihrer Kunden in Fernost orientieren. "Da gibt es Druck aus den Zentralen, leere Boxen umgehend auf das nächste Schiff zu stellen, weil in China die Exportladung wartet", weiß ein Hamburger Linienagent zu berichten.
KV-Anbieter am Limit
Probleme gibt es auch mit dem Containertransport auf der Schiene, weil die Kombioperateure im Seehafenhinterlandverkehr schon an Kapazitätsgrenzen stoßen. "Bisher haben die Anbieter noch nicht angemessen auf das starke Wachstum der Nachfrage reagiert", stellt Carl Salfeld fest. Der Geschäftführer der TCU Transcontainer-Universal erklärt das unter anderem mit dem "bis in den Juni hinein noch nicht vorhandenen Vertrauen in den Aufschwung". Die Kapazität lasse sich auch nicht schnell hochfahren, weil rollendes Material und Lokführer fehlten. Zudem sind schon jetzt einzelne Terminals im Binnenland überlastet. In München sei die Situation bereits „chaotisch“, sagt Salfeld. DVZ 3.8.2010

