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Außer der UN- und EU-Terrorliste gibt es einen Wildwuchs nationaler Terrorlisten. Das erschwert eine Prüfung enorm. „Es ist nirgendwo geregelt, welche Liste wie oft von wo aus dem Internet gezogen werden muss, um damit zu prüfen“, konstatiert Björn Bünemann von Kühne + Nagel. „Man muss auch sehr vorsichtig sein, was man am Markt kauft.“
Ein weiteres Problem sei die teilweise nur knappe Prüfdauer nach einem Auftragseingang. Bei Seefracht aus Fernost kann die Spanne drei bis vier Wochen betragen, bei Luftfracht hingegen nur einen Tag oder noch weniger. Ähnlich kurz sind auch die Zeiten bei Landverkehren und in der Kontraktlogistik.
Beim Anti-Terror-Screening prüft der Logistikdienstleister die Daten mit der Software Zerberus. Dies geschieht transaktionsbezogen oder batch-bezogen im 2-, 3- oder 4-Stundentakt. Das Verifikationssystem checkt die Adressen gegen die Terrorlisten. Meldet die Software einen Treffer, muss dieser in einem Eskalationsprozess bewertet werden. Dafür stehen Mitarbeiter rund um die Uhr die ganze Woche zur Verfügung. Sie treffen eine Entscheidung, wie mit dem Treffer weiter im Prozess umgegangen wird.
Ist der Treffer nicht eindeutig, findet eine zweite Prüfung statt. Dazu dient ein sogenanntes Request Tracker System. Die Bemühungen werden umfangreich dokumentiert. „Eine Herausforderung ist, die Algorithmen der Software so einzustellen, dass sie zuverlässige Treffer liefert.“ Denn bestimmte Namensteile und Bezeichnungen kommen in vielen Personen- und Organisationsangaben vor.
