-Anzeige-
Weitere Feuerwehrleute seien über Nacht ins Krankenhaus gekommen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Zunächst war von 42 Verletzten die Rede gewesen. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat Ermittlungen aufgenommen.
Nach dem Giftalarm habe sich die Lage in der Kleinstadt zunehmend entspannt, berichtete die Polizei. Einige Verletzte hätten bereits am Mittwoch die Klinik wieder verlassen können. Andere sollten im Lauf des Donnerstags entlassen werden. Ein Großteil hatte über Atemwegsreizungen geklagt. "Den meisten Verletzten geht es wieder besser", sagte ein Polizeisprecher.
In einem Industriegebiet waren bei einer Logistikfirma gefährliche Dämpfe ausgetreten. Vermutlich wurde ein Fass mit einer hochgiftigen und stinkenden Flüssigkeit bei Verladearbeiten von einem Gabelstapler beschädigt. Die Polizei wollte dies als Ursache noch nicht abschließen bestätigen. Die Firma habe ihre Arbeit am Mittwochabend wieder aufnehmen können. Am Donnerstagvormittag begann eine Spezialfirma damit, den Hallenfußboden zu säubern und die gefährlichen Fässer zu entsorgen.
"HNA": Zulassung lag nicht vor
Die in Kassel erscheinende "Hessisch/Niedersächsische Allgemeine" berichtete in ihrer Online-Ausgabe, dass dem Unternehmen in Homberg offenbar die Lizenz für den Umschlag von Gefahrgut gefehlt habe. Dem Bericht zufolge hätten die Behörden vor Ort festgestellt, dass sämtliche Sicherheitsauflagen für den Umschlag von Gefahrgut nicht erfüllt worden seien. In diesem Zusammenhang habe sich herausgestellt, dass die Spedition für diese Art des Gütertransports gar nicht lizensiert gewesen sei.
Einige Bürger der 14.000 Einwohner zählenden Stadt im Schwalm-Eder-Kreis waren durch den Unfall verunsichert. Das Gesundheitsamt zählte 35 Anrufer, die um Informationen baten. Unterdessen wurden am Unglücksort die Spuren gesichert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der schweren Gefährdung durch das Freisetzen von Giften.
Auf dem Gelände der Logistikfirma war eine farblose Flüssigkeit namens Phenylmercaptan ausgelaufen. Ein Gabelstaplerfahrer hatte die Feuerwehr wegen eines Lecks in einem 200-Liter-Fass alarmiert. Der nach Knoblauch stinkende Stoff geht in gasförmigen Zustand über und verbreitet sich durch die Luft. Er ist stark riechend, ätzend und greift bei entsprechender Konzentration die Atemwege und Schleimhäute an. (dpa)

