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Die Verbindung von Ökologie mit Ökonomie fällt den Herstellern von gezogenen Einheiten per se leicht: Jede Maßnahme, die dazu führt, dass ein Fuhrunternehmen seine Lastzüge wirtschaftlicher, also spritsparender betreiben kann, wirkt sich zugleich positiv auf die Ökobilanz aus. Vor allem bei den Trailern ist diese Entwicklung – anders als bei den Sattelzugmaschinen – eine reine Einbahnstraße: Verbessern sich zum Beispiel die aerodynamischen Eigenschaften des Fahrzeugs, schlägt sich das im Normalfall nicht negativ an anderer Stelle nieder. Kein Wunder also, dass Krone eine andere Sprachregelung für das Aerodynamikpaket gewählt hat: Die Spritspartechniken bieten die Werlter unter dem Begriff "Eco Package" an.
Neun Prozent weniger Verbrauch
Gänzlich neu ist die Idee des Eco Package nicht. Schon im Frühjahr 2008 testete Krone zusammen mit der DVZ auf dem ATP-Testgelände die ersten Prototypen der Aerodynamik-Verkleidungen für Trailer. In diesem Jahr zeigt das Unternehmen auf der IAA Nutzfahrzeuge, wie sich das FuelSaver-Kit weiterentwickelt hat. Ziel war es damals wie heute, die seitliche Luftverwirbelung zu reduzieren und damit den Spritverbrauch spürbar zu senken. Bis zu sieben Prozent weniger soll ein Lastzug allein durch den Einsatz dieser Windleit-Komponenten verbrauchen.
Als Neuerung zur IAA ergänzt Krone nun die Seitenverkleidungen durch einen sogenannten Dachdiffuser. Dieser wird auf dem Dach über dem Heckportal des Trailers montiert und leitet die Luftströmungen vom Dach in die Turbulenzzone direkt hinter dem Sattelauflieger ein. Dadurch reduzieren sich die Luftverwirbelungen hinter dem Fahrzeug, was deren bremsende Sogwirkung auf den Trailer vermindert. Immerhin soll dieses relativ einfache Anbauteil den Kraftstoffverbrauch des gesamten Fahrzeugs um weitere zwei Prozent senken.
Derzeit befindet sich das System in einer auf drei Monate ausgelegten Testphase bei der Spedition Boll. Diese hat sowohl ihren Öko-Truck als auch Standard-Sattelzüge mit dem Diffuser ausgestattet. Gefahren wird auf einer vordefinierten Testrelation, auf der bereits seit über zwölf Monaten der Krone Profi Liner Eco Referenzdaten einfährt. Im Oktober 2010 sollen dann die ersten aussagekräftigen Ergebnisse vorliegen.
Verbessertes Planenkonzept
Weiterentwickelt wurde auch die Seitenplane EasyTarp, die das Aerodynamik-Paket ergänzt. Während bei dem bisherigen Konzept das Spannelement durch die vier Haken nach unten gezogen wurde, bewegen sich diese nun nach innen, wenn die Plane gespannt wird. Das hat den Vorteil, dass die Seitenverkleidung eines mit dem Eco Package ausgestatteten Trailers nun auch bei geschlossener Plane nach oben geklappt werden kann. Die zweite wichtige Neuerung ist, dass die Plane nicht mehr allein über eine Pneumatik verschlossen wird. Zusätzlich greift automatisch eine mechanische Verriegelung, so dass die Plane auch gespannt bleibt, wenn die Pneumatik nicht mit Luft versorgt wird.
Energieeffizienter Lastzug
Doch die Krone-Ingenieure haben nicht nur die Weiterentwicklung der eigenen Produkte im Blickfeld. Das Unternehmen engagiert sich darüber hinaus auch bei übergreifenden Forschungsprojekten, wie zum Beispiel die gemeinsame Entwicklung eines energieeffizienten 38-Tonnen-Lastzugs mit den Partner MAN und Michelin. Während Michelin traglastoptimierte Leichtlaufreifen zu dem Projekt beigesteuert hat, stellte MAN eine gewichts- und verbrauchs-
optimierte Sattelzugmaschine mit 2600 Millimeter Radstand zur Verfügung.
Von Krone-Seite stammt der aerodynamisch verkleidete, ebenfalls gewichtsoptimierte Zweiachs-Sattelauflieger. Basis dabei ist das leichte Chassis des Profi Liner Ultra, das mit zwei Achsen mit jeweils einer Tragfähigkeit von zehn Tonnen kombiniert wurde. Somit kann dieser Auflieger eine Nutzlast von 25 Tonnen bewegen. Das liegt zwar spürbar unter dem Wert eines konventionellen Trailers, trifft aber den Bedarf von Fuhrunternehmen, die maximal 22 bis 23 Tonnen transportieren müssen. Zudem bringt diese Kombination einen großen Vorteil mit sich: Aufgrund des geringen Eigengewichts, des reduzierten Rollwiderstandes und der aerodynamisch wirksamen Anbauteile benötigt der Lastzug bis zu 20 Prozent weniger Diesel als eine herkömmliche Kombination. Angesichts der wachsenden Ökologisierung der Transporte ist das schon ein Wort. DVZ 26.8.2010
Zu diesem Thema finden Sie in der aktuellen DVZ vom 26. August 2010 auch das Stichwort "Aerodynamik" auf Seite 1


