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Nutzfahrzeuge

VW bindet MAN und Scania enger zusammen

22.07.2010 | Die Gerüchte über die künftige Zusammenarbeit zwischen dem Münchner Lastwagenhersteller MAN und seinem schwedischen Konkurrenten Scania brodeln seit langem. Nun rücken die VW-Tochter und MAN dichter zusammen - zumindest technisch. Auch in München ist VW Großaktionär.

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Die schwedische Volkswagen-Tochter Scania und der Münchner Lastwagenhersteller MAN rücken bei der Entwicklung von Bauteilen enger zusammen. Beide Unternehmen wollen mit Hilfe einer Machbarkeitsstudie prüfen, wie sie etwa bei Hinterachsen und Schaltgetrieben zusammenarbeiten können. Erste Gespräche hätten gezeigt, dass beide Firmen Synergien nutzen könnten, ohne die jeweiligen Marken zu beschädigen, sagte Scania-Chef Leif Östling am Donnerstag einer Mitteilung zufolge. "Beide Unternehmen und alle Aktionäre sollten von der Zusammenarbeit profitieren."

"Es ist richtig, dass wir über diese Baugruppen sprechen", sagte ein MAN-Sprecher in München. Weiter wollte sich der Dax-Konzern aber nicht zu der Ankündigung der schwedischen Konkurrenz äußern. VW ist zu knapp 30 Prozent an MAN beteiligt und hält die Mehrheit an Scania. MAN ist wiederum an den Schweden mit rund 17 Prozent beteiligt. In den vergangenen Monaten war immer wieder über die Formen einer engeren Zusammenarbeit oder mögliche Übernahmen spekuliert worden.

VW- und MAN-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wird nachgesagt, er plane eine Lastwagensparte mit MAN und Scania unter dem Dach von VW. Der Autopatriarch hatte zuletzt auf der Hauptversammlung von MAN überraschend deutlich für eine enge Zusammenarbeit der beiden Konzerne geworben, deren Verhältnis nach einem gescheiterten Übernahmeversuch der Münchner bei Scania als belastet galt. MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen hat stets betont, dass eine Veränderung der Besitzverhältnisse derzeit aber kein Thema sei, sondern nur eine technische Zusammenarbeit angestrebt werde, dort wo es sinnvoll sei.

Koordination durch VW

"Eine intensive technische Zusammenarbeit auf Produktebene ist für alle Partner von Vorteil", sagte der MAN-Chef im April. Dazu haben beide Unternehmen Arbeitsgruppen gebildet, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Dabei wird auch Volkswagen-Vorstand Jochem Heizmann eine koordinierende Rolle zukommen. Der Manager übernimmt ab Oktober ein neues Vorstandsressort für Nutzfahrzeuge im VW-Konzern. Einem Bericht des "Manager Magazins" zufolge gilt es bei VW als zumindest wahrscheinlich, dass die Wolfsburger ihren Anteil bei MAN weiter erhöhen könnten, um eine Lastwagensparte mit Scania zu bilden.

Dem Bericht zufolge will Volkswagen auch nach einer möglichen Übernahme von MAN die Motorensparte des Lastwagenbauers erhalten. Die Geschäftsbereiche Diesel und Turbo sowie der Getriebehersteller Renk sollten demnach in eine neue Industriesparte des Wolfsburger Konzerns eingegliedert werden, berichtet das Magazin weiter. Die betroffenen Unternehmen äußerten sich dazu nicht. (dpa)

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