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Umstrittener bau der A 94

Bayern will Chemie-Dreieck besser anbinden

18.08.2010 | Für den vollständigen Ausbau der Autobahn zwischen München und Pocking im Landkreis Passau (A 94) sind nach heutigem Stand noch rund 850 Millionen Euro nötig. Darauf hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in Sankt Wolfgang (Landkreis Erding) hingewiesen.

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Von den 150 Kilometern zwischen München und Pocking seien bisher erst 74 Kilometer fertiggestellt, und davon gebe es auf 20 Kilometern Länge bislang nur eine von zwei Fahrbahnen. Für die bisherigen Streckenkilometer wurden bereits 280 Millionen Euro verbaut, wie Herrmann bei einer Veranstaltung des Vereins "Ja zur A 94" mitteilte.

"Die A 94 gehört zu den vordringlichsten Straßenbauprojekten in Bayern", sagte Herrmann nach Angaben seines Ministeriums. Für den Wirtschaftsraum in Südostbayern sei diese Autobahn eine wichtige Lebensader. "Ihre Fertigstellung macht das Chemie-Dreieck zwischen Trostberg, Burghausen und Töging noch wettbewerbsfähiger", sagte Herrmann.

Naturschützer dagegen bekämpfen vor allem die geplante A 94-Trasse zwischen Forstinning und Heldenstein durch das landschaftlich reizvolle Isental (Trasse Dorfen). Eine Trassenführung entlang der bisherigen B 12 (Tresse Haag) würde weniger kosten und gravierende Eingriffe im Isental verhindern, argumentieren die Naturschützer. Gegen die Trasse Dorfen sind noch zwölf Klagen beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München anhängig.

Warten auf Gerichtsentscheid

Die mündliche Verhandlung dazu werde voraussichtlich im Herbst beginnen, sagte Herrmann. Er sei zuversichtlich, dass die Richter die Rechtmäßigkeit des Vorhabens bestätigen. "Damit wären dann die Weichen für den Weiterbau längs der 39 Kilometer langen und rund 330 Millionen Euro teuren Trasse von Forstinning über Dorfen bis Heldenstein gestellt."

Derzeit im Bau ist der gut sechs Kilometer lange und 41 Millionen Euro teure Abschnitt vom derzeitigen Autobahnende Forstinning bis Pastetten, der bis Ende 2011 fertig sein soll. Herrmann wies darauf hin, dass wegen der beträchtlichen Mittel aus den Konjunkturpaketen des Bundes im vergangenen Jahr mit 1,2 Milliarden Euro außergewöhnlich hohe Mittel für die Fernstraßen in Bayern zur Verfügung standen. "In diesem Jahr haben wir bislang eine Zuweisung von 980 Millionen Euro erhalten", sagte Herrmann. "Ich hoffe aber, dass wir wie in den vergangenen Jahren noch erhebliche Zusatzmittel bekommen werden und damit auch unserem gemeinsamen Ziel einer durchgehenden A 94 zwischen München und Passau immer näher kommen." (dpa)

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