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Der Lehrstuhl für Verkehrssysteme und -logistik (VSL) der TU hatte den Auftrag zu der Umfrage vom Umweltbundesamt erhalten. Antworten von 123 Firmen flossen ein in das Forschungsvorhaben "Carbon Footprint – Monitoring für den CO2-Ausstoß in der Logistikkette und Abbau von Hemmnissen zur Emissionsminderung".
Theoretisch halten Verlader und Logistikfirmen offenbar viel davon, Güter auf die emissionsärmeren Verkehrsträger zu verlagern. In der Praxis haben aber nur 14 Prozent derjenigen, die nicht schon immer alternative Verkehrsträger nutzten, erfolgreich verlagert.
Das Gros der Firmen schaut demnach nicht auf Bahn und Binnenschiff, sondern dorthin, wo die eigenen Prozesse optimiert werden können: Bündelung, Vermeidung von Lkw-Leerfahrten, Fahrerschulungen, weniger Expressfahrten. Zudem empfinden sie Bahn und Binnenschiff als zu unbeweglich, wenn mehr Kapazität benötigt oder zu viel gebuchte wieder abbestellt werden soll.
Unrealistische Fahrpläne
Die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) können viele Hemmnisse gar nicht beeinflussen. Energie- und Durchleitungskosten sind für sie ein intransparenter Kostenblock. Lange Transportzeiten begründen die EVU mit der geringen Verfügbarkeit von Güterverkehrstrassen. Fahrpläne gingen immer von einer Höchstgeschwindigkeit der Züge aus.
Dass die Schieneninfrastruktur überlastet ist, möchten die Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) nicht eindeutig bestätigen. Dennoch nennen sie den unzureichenden Ausbau und mangelnde Instandhaltung bestimmter Knotenpunkte und Korridore als Ursache für die teilweise Überlastung der Schienenwege.
Im Verlauf von zwei Workshops wollen Vertreter beider Seiten noch im September Handlungsempfehlungen aussprechen, um die Hindernisse zu überwinden. DVZ 24.8.2010


