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Alternative Antriebe

UPS baut Kleinflotte mit Elektroantieb aus

Das seit einem Jahr erfolgreich laufende Fahrzeug P80-E bei einem seiner täglichen Einsätze in Kirchheim/Teck. (Bild: EFA)

09.01.2012 | Der Paket- und Expressdienstleister UPS hat die Elektro-Fahrzeuge Schwaben GmbH (EFA-S) mit dem Umbau von sechs Zustell-Lkw zu reinen Elektrofahrzeugen beauftragt. Vorausgegangen war ein mehr als einjähriger Test eines solchen Fahrzeugs vom Typ P80-E.

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Ab dem Frühjahr 2012 sollen die klassischen Paketzustellfahrzeuge mit dem umweltfreundlichen und sparsamen Elektromotor als Kleinflotte im Ruhrgebiet eingesetzt werden. "Die Folgebestellung ist der klarste Beleg für den Erfolg unseres Konzepts, das in doppelter Hinsicht nachhaltig ist", sagte der Geschäftsführende Gesellschafter von EFA-S, Can Baki, einer Mitteilung vom Montag zufolge. "Zum einen liefern wir Fahrzeuge mit einem innovativen Elektroantrieb, dessen Betriebskosten unter denen herkömmlicher Dieselfahrzeuge liegen, der aufgrund seiner Abgasfreiheit vor Ort weder für CO2-Emissionen noch für Feinstaubprobleme sorgt und deshalb auch künftig Zufahrt zu allen Umweltzonen haben wird. Zum anderen verhelfen wir vorhandenen Fahrzeugen zu einem zweiten Leben, weshalb auch die mit der Produktion neuer Fahrzeuge verbundenen Kosten und Umweltbelastungen wegfallen."

In dem zur Bestellung führenden Alltagstest ist ein von EFA-S umgebauter P80E seit November 2010 täglich auf einer Tour unterwegs. Vollgepackt fährt der 7,5-Tonner mit 3,5 Tonnen Nutzlast am Morgen vom Wendlinger Depot ins Zustellgebiet nach Kirchheim unter Teck. Am Ende des Arbeitstags rollt er wieder teilbeladen zurück ins Depot, wo seine Batterie dann in der Regel noch über rund 20 Prozent Restenergie verfügt. "Die Zuverlässigkeit des umgerüsteten Elektro-Zustellfahrzeugs hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagt Ralf Eschemann, Manager Automotive bei UPS Deutschland. "Im täglichen Einsatz im Stadtgebiet mussten wir keine Einbußen in der Produktivität feststellen. Die Ergonomie des UPS Paketfahrzeugs bleibt weitgehend erhalten – dies ist ein wichtiger Aspekt, da die Fahrzeuge für ihren Einsatz optimiert und die Zusteller für deren Handhabung trainiert sind."

Bisherige Versuche eines emissionsfreien Betriebs von Paketfahrzeugen leiden darunter, dass entweder die Reichweite oder die Nutzlast von Elektrofahrzeugen zu gering ist. Der Alltagstest bei UPS belegt, dass der P80E im Alltagsbetrieb eine Reichweite von rund 100 Kilometern erzielt und damit doppelt so weit fährt wie viele heute von Paketdiensten in Innenstädten eingesetzte Lieferwagen. Gleichzeitig hat das Fahrzeug ein Ladevolumen von rund 23 Kubikmetern und eine Nutzlast von rund 3,5 Tonnen, während die größten anderen Elektro-Lkw auf nur rund zwei Tonnen Nutzlast kommen. Diese Vorteile der EFA-S-Version beruhen vor allem auf der Motortechnik und dem von dem Unternehmen selbst entwickelten Energiemanagement.

Hoher Wirkungsgrad

Für den Antrieb sorgt ein Drehstrom-Synchronmotor mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent. Damit geht nur zwei Prozent der eingesetzten Energie bei der Umwandlung in Bewegungsenergie verloren. Das Drehmoment des Motors von 300 Newtonmeter wirkt zudem bereits bei Drehzahl Null. Der Motor muss also nicht erst auf Touren kommen, um seine volle Kraft zu entfalten. Vielmehr steht das Kraftpaket von 122 PS (93 kW) von der ersten Sekunde an zur Verfügung. Die hohe Leistung wird auch dadurch erreicht, dass EFA-S Hochvolttechnik einsetzt. Statt der 220 Volt, die aus einer herkömmlichen Steckdose kommen, liegt am Motor eine Spannung zwischen 300 und 650 Volt an. Es handelt sich um eine bewährte Technik, die wie der gesamte Antrieb vom TÜV abgenommen und zugelassen ist. "Wir besitzen eine generelle Zulassung dieser Technik, die wir in nahezu jedes andere Fahrzeug einbauen können", sagte Baki. Erst jüngst hatte EFA-S zwei Transporter vom Typ Mercedes-Benz Vito im Auftrag von MB-Tech, der Entwicklungstochter des Mercedes-Konzerns, umgebaut.

Schließlich sorgt ein Energiemanagement dafür, dass der P80-E trotz hoher Leistung und Nutzlast mit einer Batterieladung eine Reichweite erzielt, mit der UPS-Fahrer in Stadtgebieten problemlos ihre Tagestour erledigen können. So verfügt das Fahrzeug über eine automatische Start-Stopp-Automatik und über eine Energierückgewinnung beim Bremsen, die unter dem in der Formel-1 gebräuchlichen Namen Kers (Kinetische Energie Rückgewinnungs-System) bekannt ist. Das Aufladen der Batterie kann nach dem Tageseinsatz über Nacht erfolgen. Nach Vollentladung dauert es circa acht Stunden.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung bei EFA-S hat dazu geführt, dass bei der Bestellung von UPS jetzt auch ein Fahrzeug dabei ist, das ganz ohne Getriebe auskommt. "Aufgrund des hohen Drehmoments des Motors, das über den gesamten Drehzahlbereich von Null an zur Verfügung steht, können wir mit dem Verzicht auf das Getriebe weitere Optimierungspotenziale heben." Dadurch, dass der Motor direkt die Hinterachse antreibt, wird Gewicht gespart, was die Nutzlast erhöht, beziehungsweise denn Verbrauch senkt. Außerdem fallen die mit dem Getriebe verbundenen Geräuschemissionen und Wartungsarbeiten weg. "Die derzeit entwickelte getriebelose Version ist für den Betrieb im Flachland gedacht", so Baki. "Wir könnten für das Anfahren an steilen Bergen mit voller Beladung natürlich die Motorleistung noch weiter erhöhen, würden damit jedoch die erzielten zusätzlichen Einsparpotenziale zu Nichte machen." (DVZ)

 Für weitere Informationen bechten Sie bitte unsere DVZ-Hintergründe "Green Logistics" und "Nfz & Lagertechnik"

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