-Anzeige-
"Eine Rückkehr zu niedrigeren Standards würde Schiffbauer und -eigner bestrafen, die in saubere Technologien investiert haben", sagte IG Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau am Freitag. Zuvor hatten sich europäische Industrieverbände bei Barroso für eine Lockerung der ab 2015 gültigen Regelung eingesetzt - etwa der Bund Deutscher Industrie (BDI) und der Verband deutscher Reeder. "Industrie- und Reederverbände wollen den ökologischen Rückwärtsgang einlegen", sagte der Hamburger Nabu-Chef Alexander Porschke. "Das muss im Sinne der Gesundheit und der Umwelt verhindert werden."
Der Verkehrs- und Umweltexperte Axel Friedrich wies auf die giftigen Schadstoffe hin. So sei der Schwefelausstoß durch Schiffstreibstoff 4500 Mal höher als bei einem normalen Auto. "Schiffe fahren mit Schweröl, dem Abfall der Erdölraffinerien. Dadurch sterben jährlich 400.000 Menschen."
Bei der Verbrennung werden neben Schwefel auch hohe Anteile von Rußpartikeln freigesetzt, die nachweislich zum Klimawandel beitragen würden. Nach Nabu-Angaben werden 95 Prozent des interkontinentalen Güterverkehrs über die Seeschifffahrt abgewickelt, die für ein Viertel des weltweiten Schwefelausstoßes verantwortlich ist.
Grenzwerte auch für Mittelmeer und Atlantik gefordert
Die Initiative, die von 23 weiteren europäische Gewerkschaften und Umweltverbänden unterstützt wird, setzte sich zudem für eine Ausweitung der Schwefelemissionsüberwachung auf das Mittelmeer, das Schwarze Meer und die europäischen Atlantikküsten ein.
"Der Bau von umweltgerechteren Schiffen ist keine Marktlücke, sondern ein Zukunftsmarkt für die europäische Schiffbauindustrie", sagte Blankau. Gerade strenge Regularien seien zugleich auch Anreiz für innovative Entwicklungen. Eine Abkehr von vereinbarten Grenzwerten spiele vor allem der Konkurrenz in Asien in die Hände. (dpa)

